VCD: „Erste private Bahnen erreichen im Dezember Hauptbahnhof Hannover“

 


Pressemitteilung 11/2005 vom 28.04.2005

Bahnkongress Niedersachsen 2005

Schienenwettbewerb und Auswirkungen der Lkw-Maut im Fokus

Hannover. Auf Einladung des Verkehrsclub Deutschland (VCD) trafen sich heute im Grand Hotel Maritim Hannover Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zum „3. Bahnkongress Niedersachsen“. Diskutiert wurde über die Themen „Personennahverkehr im Wettbewerb“ und „Wohin fährt die Güterbahn?“. In seinem Grußwort bekräftigte Hermann Eppers, Vorsitzender des Verkehrsausschuss im Niedersächsischen Landtag, das Engagement des Landes Niedersachsen für mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen Verkehrsträgern einerseits und den einzelnen Bahnunternehmen andererseits.


Neuerungen in Niedersachsen gibt es im Bereich Personenverkehr ab Dezember 2005 in der Landeshauptstadt Hannover. Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Dr. Carsten Hein, Geschäftsführer der „metronom Eisenbahn“ GmbH stellten die Planungen für den ersten privat betriebene Nahverkehrsverbindung von Uelzen über Hannover nach Göttingen vor. Ab 12. Dezember 2005 werden die modernen metronom-Doppelstockzüge den Hauptbahnhof Hannover im Stundentakt täglich anfahren. Aber auch die Deutsche Bahn AG konnte mit ihren modernen Doppelstockzügen zwischen Hannover und Norddeich Fahrgastzuwächse bis zu 30% erzielen. Genau diese Zahl erreicht auch der bereits seit zwei Jahren verkehrende private „metronom“ auf den Strecken von Hamburg nach Bremen und Uelzen.

„Eisenbahnverkehr darf sich aber nicht nur zwischen den Ballungszentren abspielen. Niedersachsen als Flächenland braucht auch einen modernen und attraktiven Schienenverkehr in die Regionen hinein!“, fordert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. In seinem Beitrag führte Werner Schreiner, im südlichen Rheinland-Pfalz zuständig für den Schienenpersonennahverkehr, aus, dass man in den letzten zehn Jahren bereits zehn Bahnlinien für den Personenverkehr erfolgreich reaktiviert habe. „Bei allem Respekt vor den Erfolgen des Landes Niedersachsen bei der Verbesserung des Zugverkehrs auf bestehenden Strecken: Auch Niedersachsen bietet genügend Potentiale für neue Verbindungen in die Fläche hinein!“, so Frömming.


Angelika Mertens, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, betonte, besonders im Schienen-Güterverkehr gebe es noch zu viele Grenzen in Europa. Die Bundesregierung unterstützt vielfältige Maßnahmen, diese Barrieren abzubauen, um den umweltfreundlichen Schienenverkehr zu unterstützen. Dazu zählt beispielsweise der Kombinierte Verkehr oder das so genannte „Gleisanschluss-Programm“. Im „Gleisanschluss-Programm“ stellte die Bundesregierung 160 Mio. Euro für fünf Jahren zur Verfügung, um verlorene Kunden wieder mit einem Schienenanschluss zu versehen.

Im Bereich Güterverkehr leiden vor allem mittelständische Verkehrsunternehmen unter den rigorosen und völlig überzogenen Rückbaumaßnahmen der Deutschen Bahn AG. Oftmals sei es gar nicht mehr möglich, Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, da der DB-Geschäftsbereich Netz rückhaltlos die eigene Infrastruktur vernichtet hat. Hier ist nach Auffassung des VCD vor allem die Bundesregierung gefordert, ihrem eigenen Staatsunternehmen Einhalt zu gebieten.

 

Rückfragen:

Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

 

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