VCD: „Chancen für bessere Verkehrspolitik nutzen!“

 


Pressemitteilung 18/2005 vom 02.09.2005

Benzinpreis-Debatte

Ausbau des Öffentlichen Verkehrs gefordert

Hannover. Angesichts der weiter hohen Benzinpreise in Deutschland sieht der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, auch Chancen für eine bessere Verkehrspolitik in Niedersachsen. „Die Benzinpreise werden angesichts globaler Entwicklungen wie steigende Nachfrage in Asien, kriegerische Konflikte, Naturkatastrophen und einem absehbaren Ende des Rohstoffes Erdöl in den kommenden Jahren weiter steigen. Deshalb muss eine umsichtige Politik heute schon an die Mobilitätskonzepte von morgen denken!“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel.


Der VCD fordert auch die Landespolitik in Hannover auf, bei künftigen Investitionen Ausbauvorhaben im umweltfreundlichen Öffentlichen Nahverkehr gerade in der Fläche den Vorzug vor weiteren unnötigen Straßenbauprojekten zu geben. „Schon heute wird aufgrund der hohen Benzinpreise deutlich weniger Auto gefahren. Eine vorsorgende Politik muss deshalb im Flächenland Niedersachsen auch außerhalb der Ballungszentren den Menschen eine bezahlbare Alternative zum eigenen Pkw-Gebrauch anbieten!“, so Mützel. „Insofern liegen wir mit der politischen Forderung nach Stärkung der ländlichen Regionen mit der niedersächsischen Landesregierung auf einer Linie.“ Vor allem Investitionen in die Wiederbelebung von Bahnlinien für den Personen- und Gütertransport haben für den VCD eine tragende Bedeutung als Rückgrat der Infrastrukturpolitik in Niedersachsen. In den größeren Städten bieten Öffentlicher Nahverkehr, Car-Sharing, Fahrrad und die eigenen Füße oftmals eine greifbare Alternative zum Pkw.

Als konkrete Maßnahmen fordert der VCD die Landesregierung auf, bei der künftigen Neuverteilung der für den Nahverkehr wichtigen „Regionalisierungsmittel“ durch den Bund für deren weitere dynamische Erhöhung zu plädieren. Ferner dürfe es Diskussionen über Stilllegungen im Netz der Eisenbahn, wie beispielsweise zwischen Helmstedt – Jerxheim – Braunschweig, nicht mehr geben. Gleichzeitig könne auf unnötige und kostenintensive Straßenbauprojekte, wie die „Küstenautobahn“ (A 22) oder die A 39 Lüneburg – Wolfsburg komplett verzichtet werden. Ein Lob erntet das Land und die Deutsche Bahn AG für die gestern in Northeim eingeführten neuen attraktiven Nahverkehrszüge für das sogenannte „HarzWeser-Netz“. „Ein richtungsweisender Schritt, neue Fahrgäste von der Straße auf die Schiene zu locken!“, urteilt Mützel.

  

Rückfragen:

Martin Mützel, Landesvorsitzender, Tel. 0171 9335381

Michael Frömming, Geschäftsführer, Tel. 0511 7000-522 / 0173 9330629

 

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