VCD: „Gleisabbau endlich stoppen!“

 


Pressemitteilung 19/2005 vom 13.09.2005

DB-Infrastrukturpolitik in Niedersachsen

Schlechtes Beispiel Cuxhaven – Bremerhaven gerügt

Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, kritisiert den latenten Rückbau der Eisenbahn-Infrastrukur in Niedersachsen. Jüngstes Beispiel: Auf der eingleisigen Bahnverbindung von Cuxhaven nach Bremerhaven entfernte die Deutsche Bahn AG Anfang dieser Woche alle Weichen im Bahnhof Nordholz. Seither können sich auf knapp 40 Kilometer langen Strecken die Züge nur noch im Zwischenbahnhof Dorum begegnen. „Für künftige Verlagerungen von der Straße auf die Schiene benötigen wir mehr, nicht weniger Gleiskapazitäten!“, urteilt VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel.

 

Schon seit Jahren bemängelt der VCD, dass trotz der Forderung aller politischen Parteien nach Mehrverkehren auf der Eisenbahn der zur DB-Gruppe gehörende Geschäftsbereich „Netz“ Fakten gegen diese Zielrichtung schafft. „Alles, was nicht für den derzeit vorhandenen Betrieb benötigt wird, fällt dem Abbauzug zum Opfer. Das ist eine sinnlose Zerstörung von Verkehrsinfrastruktur. Niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, auf der schwach befahrenen Autobahn A 27 von Cuxhaven nach Bremerhaven die Überholspur mangels Nachfrage einzustellen!“, erklärt Mützel. Nach VCD-Angaben werden deutschlandweit jedes Jahr 400 Kilometer Eisenbahn stillgelegt. Alleine in Niedersachsen verschwanden seit dem 2. Weltkrieg mehr als 3.000 Kilometer Bahnschienen.

Der VCD wiederholt seine seit Jahren bestehende Forderung an die politischen Parteien, die Infrastruktur „Schiene“ endlich aus dem DB-Konzern herauszulösen. Wie im Straßenverkehr üblich müsse das Netz im öffentlichen Eigentum verbleiben. Die der Deutschen Bahn AG von der Politik auferlegte „Börsenfähigkeit“ steht im krassen Widerspruch zum verkehrspolitischen Auftrag an das Verkehrsmittel Eisenbahn. „Wer auch immer nach der Bundestagswal am 18. September 2005 in Berlin regiert: Die Signale für die Schieneninfrastruktur müssen endlich in Richtung Aus- statt Abbau gestellt werden!“, so Mützel.

 

Rückfragen:

Martin Mützel, Landesvorsitzender, Tel. 0171 9335381

Michael Frömming, Geschäftsführer, Tel. 0511 7000-522 / 0173 9330629

 

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