Verzicht auf Prestigeprojekte gefordert
Pressemitteilung 21/2005 vom 07.10.2005 VCD: „Einsparungen im Straßenbau machbar und sinnvoll!“ Hannover. Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) schlägt angesichts leerer Kassen den Verzicht auf mehrere Großprojekte in Norddeutschland vor. Dazu gehören die „Küstenautobahn“ Lübeck – Stade - Emden, die ICE-Neubaustrecke Hamburg/ Bremen - Hannover und die Autobahn 39 Lüneburg - Wolfsburg. Allein bei diesen drei Projekten könnten dreieinhalb bis vier Milliarden Euro gespart werden.
Auch bei der Schiene sieht der
VCD Sparmöglichkeiten. So könne man auf die ICE-Strecke Hamburg/Bremen –
Hannover („Y-Trasse“) verzichten. Mützel: „Über 1,2 Milliarden Euro für
13 Minuten Fahrzeitgewinn passen einfach nicht in die Zeit.“ Zusätzliche
Kapazitäten könne man schneller und preisgünstiger durch den Ausbau
vorhandener Strecken, zum Beispiel Rotenburg - Minden und Maschen -
Uelzen, schaffen. Diese Ausbauten seien ohnehin im Verkehrswegeplan
vorgesehen, aber bislang nicht ausreichend vorangetrieben worden. Der VCD sieht das größte Sparpotential im Straßenneubau. Dort sei in den vergangenen Jahren überproportional investiert worden, die Schiene habe Nachholbedarf. So werde zwischen Wolfsburg und Braunschweig derzeit zusätzlich zur sechsspurigen A 2 noch die A 39 neu gebaut. Die parallele ICE-Strecke Berlin – Braunschweig - Frankfurt ist hier aber nach wie vor eingleisig. Auch im derzeitigen Bundesverkehrswegeplan ist Niedersachsen bei der Straße überdurchschnittlich, bei der Schiene unterdurchschnittlich beteiligt. Daher müsse auch zuerst bei der Straße gespart werden. Der VCD fordert, bei allen Verkehrsträgern dem Erhalt und die Modernisierung des vorhandenen Netzes Vorrang zu geben.
Rückfragen: Martin Mützel, (01 71) 9 33 53 81
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