VCD: „Schienen-Demontage beispielhaft für falsche Verkehrspolitik in Niedersachsen!“
Pressemitteilung 25/2005 vom 13.12.2005 Schienenabbau am „Sulinger Kreuz“ Parallelen Ausbau des Straßennetzes kritisiert Hannover.
Als völlig falsche Weichenstellung bezeichnet der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) die unlängst erfolgte Demontage von Schienen auf den
derzeit stillgelegten Bahnstrecken von Sulingen nach Bassum und
Nienburg. „Ausgerechnet für noch eine weitere Umfahrungsstraße der
kleinen Stadt Sulingen wurden zum Einsparen von Kreuzungsbauwerken
wenige Meter Gleis herausgerissen. Allen Anstrengungen, Personen- und
Güterverkehre auch in der Fläche auf die umweltfreundliche Schiene zu
verlagern, hat man in Niedersachsen wieder einmal deutlich eine Absage
erteilt!“, bedauert VCD-Landesgeschäftsführer Michael Frömming. Die sogenannte „Nördliche Entlastungsstraße“ verbindet künftig ein örtliches Gewerbegebiet an der Bundesstrasse 214 mit der Landesstrasse 202. Mit dem Bau wurde im Herbst 2005 begonnen. Parallel bemüht sich der VCD seit vielen Jahren um die Reaktivierung der Bahnlinien rund um Sulingen als landesweiten Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastungen durch den Straßenverkehr. Vor allem private Bahngesellschaften könnten über die Linie von Bremen über Bassum, Sulingen und Rahden Güter-Transporte von der Straße auf die Schiene locken. „Dass nun wieder einmal eine Straße einer fortschrittlicheren Verkehrspolitik einen Strich durch die Rechnung macht, ist sehr bitter! Trotz aller Bemühungen für einen Ausbau des Bahnverkehrs gegenüber der Landesregierung hat diese erst vor wenigen Tagen im Rahmen der Haushaltsberatungen beschlossen, Gelder aus dem Etat für den Öffentlichen Verkehr in noch mehr Straßen umzulenken“, so Frömming. Mit Bedauern stellt der VCD fest, dass innovative Bahnkonzepte zur Förderung der ländlichen Region noch immer an Niedersachsens Landesgrenzen aufhören. So verkehren auf dem südlichen Abschnitt der einst durchgehenden Verbindung von Bremen nach Bielefeld ab der Landesgrenze Nordrhein-Westfalen ab Rahden heute gut besetzte moderne Triebwagen im Stundentakt. „Wir können einfach nicht erkennen, welche Beweggründe die Landesregierung in Hannover dazu animiert, sich fortschrittlicheren Verkehrskonzepten zu verschließen!“, erklärt Frömming. Trotz des aktuellen Rückschlages wird sich der VCD auch weiterhin für eine Wiederbelebung des ‚Sulinger Kreuzes’ einsetzen, auch wenn dieses Ziel angesichts der fehlenden Kreuzungsbauwerke zunächst als ambitioniert erscheint.
Rückfragen: Michael Frömming, Landesgeschäftsführer, Tel. 01 73 - 9 33 06 29
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