VCD: „Kein Bedarf für neue Fernstraßen in Niedersachsen!“
Pressemitteilung 01/2006 vom 09.01.2006 Bundes-Koalitionsklausur zum „Wachstumsprogramm“ Erhöhung der Lkw-Maut gefordert Hannover.
In Genshagen bei Berlin berät derzeit das Bundeskabinett die Verteilung
von rund 4,3 Milliarden Euro für Verkehrswege. Nach Auffassung des
Verkehrsclub Deutschland (VCD) besteht zumindest im Bereich Straße kein
Bedarf an neuen Mittelzuweisungen für Niedersachsen. Der Verband hofft
indessen auf Investitionen in den Ausbau des umweltfreundlichen
Schienenverkehrs. „Schon der 365 Millionen Euro teure Wesertunnel hat offenbart, dass für weitere öffentliche Subventionen in den Straßenbau schlichtweg kein Bedarf mehr existiert. Auch der im Jahr 2005 um sechs Prozent zurückgegangene Benzinverbrauch zeigt, dass die Bevölkerung im Mobilitätsverhalten inzwischen andere Akzente setzt!“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel. Nach Auffassung des VCD sei es Aufgabe einer vorsorgenden Politik, den Öffentlichen Personennahverkehr auch in der Fläche auszubauen, um greifbare Alternative zum Pkw anzubieten. „Wir appellieren an die niedersächsische Landesregierung, entsprechend auf den Bund einzuwirken. Dies gilt vor allem für die Sicherstellung der finanziellen Mittel für den Betrieb von Nahverkehrslinien durch den Bund“, so Mützel. Keinerlei Verständnis zeigt der VCD, dass Teile der Politik und Wirtschaft nach wie vor am Bau der umstrittenen Autobahnen A 20/ 22 „Küstenautobahn“ und A 39 Lüneburg – Wolfsburg sowie dem 6-spurigen Ausbau der A 1 Hamburg – Osnabrück festhalten. „Diese Planungen dienen vor allem dem internationalen Schwerlast-Transitverkehr und unterstützen somit letztendlich die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland durch billige Lkw-Transporte. Hier muss eine stufenweise Erhöhung der Lkw-Maut zur Verlagerung der Transporte auf die Schiene, beziehungsweise eine Vermeidung völlig unnötiger Transporte erfolgen!“, so Mützel. Im Bereich Schienenverkehr fordert der VCD in Niedersachsen zügige Investitionen in den Ausbau der Bahnstrecken Wolfsburg – Braunschweig – Hildesheim und Bremen – Uelzen – Berlin. Auch müsse die Pflege des bestehenden Schienennetzes, wie zum Beispiel für Brücken und Tunnel, dauerhaft gesichert werden.
Rückfragen: Martin Mützel, Tel. 0171 9335381 Michael Frömming, Landesgeschäftsführer, Tel. 01 73 - 9 33 06 29
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