Fahrgastbeirat gegen Sichtbarrieren für Fahrgäste
Pressemitteilung 04/2006 vom 15.01.2006 Werbung auf Bus- und Straßenbahn-Fenstern Appell an Verkehrsbetriebe Oldenburg/
Bremen. Der Fahrgastbeirat des Verkehrsverbundes Bremen/
Niedersachsen (VBN) lehnt Fensterflächenwerbung an Bussen und
Straßenbahnen ab. Der Sprecher des Fahrgastbeirates und gleichzeitig
Landesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Wilfried Jankowski
aus Oldenburg appelliert daher an den Verkehrsverbund Bremen/
Niedersachsen (VBN) und den Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/
Niedersachsen (ZVBN) auf die Verkehrsbetriebe einzuwirken, diese Form
von Werbung zu unterlassen. Bestehende Werbeverträge sollten nicht verlängert und keine neuen abgeschlossen werden. „Leider sind die sogenannten ‚Qualitätsanforderungen für den Straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)’ hier nicht eindeutig“, bedauert Jankowski. Werbung über Fensterflächen behindert nach Auffassung des VBN-Fahrgastbeirates die Sicht der Fahrgäste. Von außen seien die Fahrgäste zudem nicht wahrnehmbar. Neben den subjektiven Bedenken wird der Fahrkomfort, zu dem auch die freie Sicht auf die Umgebung gehört, objektiv durch beklebte Fenster gemindert. Die Aussicht durch viele kleine Punkte sowie die zusätzliche durchsichtige Folie auf dem Fensterglas reduzieren die Helligkeit und Schärfe. Das Lesen von Schriften und die Wahrnehmung der Umgebung werden erschwert. „Es ist daher kaum verwunderlich“, so Jankowski, „dass Fahrgäste Plätze an unbeklebten Stellen bevorzugen.“ Moderne attraktive Fahrzeuge sind eine wichtige Voraussetzung, um ÖPNV-Kunden zu halten und neu zu gewinnen. Ihre Gestaltung und Funktion darf nicht durch überproportionale Werbung entwertet werden. Der VBN-Fahrgastbeirat vertritt nicht nur die unterschiedlichen Interessen der Fahrgäste im gesamten Verbundgebiet – von der Großstadt bis zum ländlichen Bereich -, sondern gleichzeitig die unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen der Fahrgäste – vom Schüler bis zum Senior – an den VBN. Ein Drittel dieser Sitze wird von Verbänden und zwei Drittel von Fahrgästen aus einzelnen Landkreisen und Städten besetzt.
Rückfragen: Wilfried Jankowski, Tel. 0441 62532
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