VCD appelliert angesichts hoher Benzinpreise
für Trendwende in der Verkehrspolitik
Pressemitteilung 16/2006 vom 23.04.2006
Jahreshauptversammlung 2006 in Nienburg
Einsparungen im Straßenbau statt im Nahverkehr!
Nienburg.
Der Landesverband Niedersachsen des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat
während seiner Jahreshauptversammlung 2006 in Nienburg (Weser) an
diesem Wochenende an die Landes- und Bundespolitik appelliert,
angesichts steigender Benzinpreise eine Trendwende in der
Investitionspolitik der öffentlichen Hand einzuleiten.
Auf absehbarer Sicht werden die
Rohölpreise aufgrund einer steigenden weltweiten Nachfrage, der
endlichen Ressourcen und nicht zuletzt wegen internationaler Konflikte
weiter Rekordmarken erreichen. Eine vorsorgende Politik muss sich
diesen absehbaren Rahmenbedingungen nach Auffassung des VCD bereits
heute stellen, um den künftigen Mobilitätsbedürfnissen
bedarfsgerechte Lösungen anzubieten. Dazu zählt insbesondere
der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie kombinierter
Verkehrsangebote aus Car-Sharing, des Rad- sowie nicht zuletzt des
Fußverkehrs.
Die Entwicklung in der Verkehrspolitik der Bundes- und Landesregierung
entsprechen derzeit nicht dem Mobilitätsverhalten der
Bevölkerung. Während in den vergangenen Jahren mehr Menschen
per Eisenbahn unterwegs waren, ist der der Pkw-Verkehr seit dem Jahr
2000 zurückgegangen. Gleichzeitig verlagerten Bund und Land ihren
Einsatz öffentlicher Mittel in zusätzlichen Straßenbau.
Im Nahverkehr drohen mit den diskutierten Kürzungen der
sogenannten "Regionalisierungsmittel" in Niedersachsen erhebliche
Einschnitte in den umweltfreundlichen Nahverkehr.
Auch mit Blick auf die
demographische Entwicklung und dem damit verbundenen
Mobilitätsbedürfnissen älterer Menschen appelliert der
VCD an Bund und Land, von weiteren Fernstraßenprojekten wie die
Küstenautobahn A 22 oder der A 39 (Lüneburg –
Wolfsburg) Abstand zu nehmen und besser zukunftsfähige
öffentliche Verkehrsprojekte zu fördern. Um der
Bevölkerung in der Fläche eine angemessene Mobilität per
Bahn und Bus zu ermöglichen, fordert der VCD den Bund auf,
ausreichende finanzielle Mittel für diese Zukunftsaufgabe
dauerhaft sicher zustellen.
Rückfragen:
Michel Frömming, VCD-Landesvorsitzender, Tel. 0173 9330629
[zurück
zur Übersicht]
|