VCD: “Lasst den Schienenverkehr nicht im Stich!“
Pressemitteilung 24/2006 vom
19.08.2006
Ministerpräsident Wulff besucht diesen Mittwoch Nordwestbahn
Kürzungen im Nahverkehr bedrohen Bahnstrecken in Niedersachsen
Osnabrück/ Hannover.
Angesichts der Besuchs von Ministerpräsident Christian Wulff bei
der Nordwestbahn morgen in Osnabrück appelliert der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) an die Landesregierung, das „Erfolgsmodell
Schienennahverkehr“ in Niedersachsen nicht finanziell ausbluten
zu lassen. „Lasst den Schienennahverkehr nicht im Stich!“,
fordert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming mit Blick nach
Hannover. „Gerade die Nordwestbahn hat mit überzeugenden
Konzepten gezeigt, wie sehr Bürgerinnen und Bürger zum
Umstieg von der Straße auf die Schiene bereit sind.“
Nach
der im Bundesrat verabschiedeten Kürzungen der sogenannten
„Regionalisierungsmittel“, flankierender Einschnitte durch
Verschiebungen im Landesetat und Einsparungen durch das
„Koch-Steinbrück“-Papier sieht der VCD nun ernste
Probleme auf den Nahverkehr und die Pendler im Lande zukommen.
„Obwohl die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren um bis zu 50
Prozent gestiegen sind, lässt die CDU/FDP-Landesregierung nun den
Nahverkehr ausbluten. Die Reduzierung der Regionalisierungsmittel in
Niedersachsen um 284 Mio. Euro in den Jahren 2006-2010 läuft dem
Mobilitätsverhalten und den Kundenwünschen der
niedersächsischen Bevölkerung diametral entgegen“, so
Frömming.
Der VCD fordert die
Landesregierung konkret auf, die zusätzlichen Einnahmen im
Landesetat durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007
für die Aufrechterhaltung und den weiteren Ausbau des
Schienennahverkehrs zu nutzen. „Die Einnahmen durch die
Mehrwertsteuer übertreffen die gekürzten Bahn-Mittel um ein
Mehrfaches. Ministerpräsident Wulff hat bei der Nordwestbahn eine
gute Gelegenheit, sich klar zum Schienenpersonennahverkehr zu bekennen
und dessen Finanzierung sicherzustellen!“
Erst
vor wenigen Tagen hatte der VCD in einem Offenen Brief an
Ministerpräsident Wulff und die Landtagsfraktionen einen
Handlungsbedarf in Sachen Nahverkehr eingefordert. Zuvor hatte die
Landesnahverkehrgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) die Stilllegung
von mehreren Bahnlinien mangels finanzieller Mittel nicht mehr
ausgeschlossen.
Rückfragen:
Michael
Frömming, Tel. 0173 9330629 (VCD-Landesvorsitzender)
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