VCD: Ab jetzt geht es dem Nahverkehr in Niedersachsen an den Kragen!
Pressemitteilung 26/2006 vom 09.10.2006
Erste Zug-Streichungen im Harz beschlossen
Landesregierung zum Einlenken aufgefordert
Hannover/ Braunschweig.
Im Harz streicht der verantwortliche Zweckverband Großraum
Braunschweig (ZGB) schon zum 10. Dezember 2006 das Zugangebot auf der
Bahnstrecke Bad Harzburg - Goslar - Seesen - Kreiensen (-
Göttingen) drastisch zusammen. Künftig fährt nur noch
die Hälfte der jetzt eingesetzten Züge. "Das ist nur der
Anfang einer schlimmen Entwicklung für ganz Niedersachsen, wenn
jetzt nicht bald der Landtag einlenkt! Bald könnten ganze Strecken
von der Landkarte verschwinden!", befürchtet
VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Hintergrund:
Nach zähen Verhandlungen stimmten die Bundesländer im
Bundesrat im Sommer der Kürzung der sogenannten
Regionalisierungsmittel um 1,8 Milliarden Euro in den nächsten
vier Jahren zu. Niedersachsen erhält somit 284 Mio. Euro weniger
vom Bund für den Betrieb des umweltfreundlichen Nahverkehrs. Im
Gegenzug profitieren die Länder von der
Mehrwertsteuer-Erhöhung ab dem 1. Januar 2007 mit einem
Prozentpunkt an Mehreinnahmen; ein Vielfaches der gekürzten
Regionalisierungsmittel. "Wir fordern das Land Niedersachsen auf, die
Lücke im der Nahverkehrfinanzierung zu schließen. Mehr als
40% Menschen fahren heute mehr mit der umweltfreundlichen Bahn als vor
zehn Jahren. Diesen Trend müssen wir weiterentwicklen und nicht
heute stoppen!", so Frömming. Frömming hofft auf einen
gemeinsamen Brief von Ministerpräsident Wulff und
Wirtschaftsminister Hirche an den VCD, in dem Hirche in Aussicht
gestellt hatte, sich bei den anstehenden Landes-Haushaltsberatungen
für eine zusätzliche Mittelbereitstellung einzusetzen.
Durch
die Spardebatte sind auch außerhalb des
Zuständigkeitsgebietes des ZGB Bahnstrecken und -projekte in die
Diskussion geraten. Nicht ausgeschlossen werden kann die Einstellung
des Regionalverkehrs auf den Bahnlinien Braunschweig - Hildesheim,
Northeim - Bodenfelde, (Bremen -) Langwedel - Uelzen und Lüneburg-
Dannenberg. Maßnahmen zum Ausbau etwa der 'Heidebahn' im
Abschnitt Soltau - Walsrode sowie die weitere Sanierung von
Bahnhöfen stehen ebenso zur Disposition. Im Nordwesten reagierte
der Verkehrsverbund Niedersachsen/Bremen bereits mit einer
Fahrpreissteigerung um fünf Prozent zum 1. Januar 2007.
Mit
Nachdruck wird sich der VCD auch in den kommenden Wochen und Monaten
für einen Erhalt und Ausbau des umweltfreundlichen Nahverkehrs in
Niedersachsen engagieren. Angesichts des Zuspruchs der Fahrgäste
auf neue Angebote bei Bahnen und Busse darf es nach Meinung des VCD
keine Rückwärts-Entwicklung in der niedersächsischen
Verkehrspolitik geben.
Informationen:
Michael
Frömming, Tel. 0173 9330629 (VCD-Landesvorsitzender)
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