VCD: „Merkwürdige Prioritäten!“
Pressemitteilung 28/2006 vom 29.10.2006
„Investitionsrahmenplan“ für Verkehrsprojekte in Norddeutschland
Scharfe Kritik an Einzelprojekten
Hannover.
Der in der vergangenen Woche vorgestellte
„Investitionsrahmenplan“ für Verkehrsprojekte in
Norddeutschland stößt teilweise auf heftige Kritik des
Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Aus fachlicher Sicht wundern wir
uns schon, welche merkwürdigen Projekte der Bund plötzlich
wieder auf die Tagesordnung der Politik gesetzt hat“,
erklärt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael
Frömming. Neben viel zu hohen Investitionen in den
Straßenbau stößt sich der VCD vor allem am Festhalten
an der heftig umstrittenen Y-Trasse, der Bahnhochgeschwindigkeitstrasse
von Hamburg und Bremen nach Hannover.
„Obwohl
fast alle Fachleute seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen,
dass die Y-Trasse keinen Sinn für die Hafenanbindungen macht und
stattdessen mit weitaus weniger Ausbau-Investitionen mehr
Kapazitäten für den Bahnverkehr geschaffen werden, hält
der Bund an der Strecke fest. Unglaublich, wie leichtfertig rund 1,3
Milliarden Euro Steuergelder geopfert werden sollen!“, beklagt
Frömming. Auch die geplanten 1,6 Milliarden Euro für den
Straßenverkehr stoßen auf Ablehnung des VCD.
„Sonntags predigen Politiker angesichts der
Klimaveränderungen die Verkehrswende zugunsten der Bahn, ab
Montags wird im Parlament das Gegenteil pro Straße
beschlossen!“
Ungereimtheiten stellt
der VCD auch in der Lüneburger Heide fest. „Während
Bund und Land einerseits durch die Kürzungen der sogenannten
Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr Stilllegungsdebatten
unter anderem zwischen Bremen und Uelzen verursachen, soll andererseits
die gleiche Linie für einige Güterzüge nun
elektrifiziert werden“, wundert sich Frömming. „Da
passt das eine nicht zum anderen in den Planungen des Bundes und des
Landes!“
Der VCD begrüßte
schon vor 15 Jahren die für 1992 vom Bund und Land
angekündigte Elektrifizierung dieser Bahnstrecke als einen
wichtigen Schritt neben dem Güter- auch für den
Personenverkehr. „Dass seit 15 Jahren an dieser Strecke jedoch
nichts geschehen ist, verdeutlich die Halbwertzeit so mancher aktueller
Planungen. Zeit, die wir weiter nutzen werden, um vor allem den Ausbau-
und die Modernisierung des bestehenden Bahnnetzes in Niedersachsen
einzufordern. Immerhin fahren heute 40 Prozent mehr Menschen mit
Regionalzügen als noch vor zehn Jahren. Entsprechend muss also der
regionale Schienenverkehr endlich auf Top 1 der Prioritäten
gesetzt werden,“ so Frömming.
Informationen:
Michael
Frömming, Tel. 0173 9330629
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