Neue VCD-Studie belegt: „Y-Trasse hilft Seehäfen nicht!“
Pressemitteilung 32/2006 vom 01.12.2006
Heute Konzept mit fünffachem Nutzen für Bahnverkehr vorgestellt
Hannover.
Die vom Land Niedersachsen favorisierte neue 1,28 Mrd. Euro teure
Y-Trasse löst nicht die Kapazitätsprobleme im norddeutschen
Schienennetz. Mit einem heute vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in
Hannover vorgestellten Alternativkonzept kann bei geringeren Kosten
eine fünffache Wirkung für den Schienenverkehr zwischen
Hamburg, Bremen und Hannover erzielt werden.
Dipl.-Ing.
Roland Sellien hat im Auftrag des VCD-Landesverbandes mit seiner Studie
„Hochleistungsschienennetz für Niedersachsen, Bremen und
Hamburg statt Y-Trasse“ dargestellt, dass ein Ausbau des
vorhandenen Schienennetzes in Niedersachsen bis zu fünf Mal mehr
Kapazitäten auch für steigende Güterverkehre von und zu
den Seehäfen erzielen kann. „Die Probleme für den
Güterverkehr liegen eindeutig auch in den Bahnknoten Hamburg und
Bremen. Da hilft eine Neubautrasse durch eine landschaftlich relativ
intakte Naturlandschaft nicht!“, so Sellien. Aufgrund des derzeit
gültigen Trassenpreissystems in Deutschland würden sich nach
der Sellien- Studie sogar die Transportkosten auf der Y-Trasse
gegenüber einem Ausbau der bestehenden Bahnlinien für die
verladene Wirtschaft um mehr als 250% pro gefahren Kilometer
erhöhen können. Ein weiteres Kernelement der
Studie stellen die Probleme in den Bahnknoten Hamburg und Bremen dar.
Für die Bremischen und niedersächsischen Seehäfen,
insbesondere für den JadeWeserPort, werden durch die Y-Trasse
keine zusätzlichen, aber dringend benötigte Kapazitäten
geschaffen. Dieses kann nur durch Investitionen in die dortige
Infrastruktur erfolgen. Nach Aussage von Sellien bringt dieses weitaus
mehr positive Effekte als ein Neubau von schnellen Trassen weitab der
Problemfelder.
„Wir appellieren an die
Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages und an die
Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Pläne einer
Neubautrasse quer durch Niedersachsen endlich zu den Akten zu legen! Es
ist an der Zeit, die effizienteren, leistungsfähigeren und
umweltschonenderen Ausbaualternativen anzupacken!“, so VCD-
Landesvorsitzender Frömming. „Es tut keinem Abgeordneten
weh, sich für die Bürger und der schützenswerten Region
einzusetzen, zumal es greifbare und bessere Alternativen gibt, die
praktisch sofort begonnen werden können“.
Der VCD
wird in den kommenden Wochen verstärkt das Gespräch mit der
Landes- und Bundespolitik suchen, um die Pläne für den Ausbau
des vorhandenen Bahnnetzes in Niedersachsen zu forcieren.
Informationen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629 Roland Sellien, Tel. 0179 1015097 Download der Studie
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