Kahlschlag im niedersächsischen Nahverkehr:
Pressemitteilung 3/2007 vom 20.02.2007 „Ministerpräsident Wulff muss dringend einlenken!“
– Parteiübergreifender Appell an Kreis- und Landtagsabgeordnete. Jetzt auch Bahnstrecke Rotenburg – Verden – Nienburg – Minden vor dem Aus?
Hannover. Der Kahlschlag im Schienenverkehr in Niedersachsen nimmt ernste Dimensionen an. Nach Informationen des Verkehrsclub Deutschland (VCD) stehen immer neue regionale Bahnstrecken und Zugverbindungen ernsthaft auf dem Prüfstand. Neben den einstellungsbedrohten Strecken Lüneburg – Dannenberg, Langwedel – Uelzen, Northeim – Bodenfelde und Helmstedt
– Schöppenstedt ist nun auch die Bahnlinie Rotenburg
(Wümme) - Verden (Aller) - Nienburg (Weser) - Minden (Westf.) akut
gefährdet. Auf bestehenden Bahnlinien auch in den Ballungszentren drohen weitere Einschnitte, vor allem an Wochenenden.
„Das ist der inzwischen der helle Wahnsinn, was das Land hier betreibt!“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Auf der Bahnlinie
Rotenburg – Minden sind gerade an Wochenenden die sieben
Züge pro Fahrtrichtung teilweise mit rund 300 Fahrgästen mehr
als ausgelastet. „Der umweltfreundliche Nahverkehr in Niedersachsen blutet immer stärker aus und Ministerpräsident Wulff schaut zu, wie die Verkehrsverbindungen
in seinem Land zusammenbrechen!“ Wir fordern Kreis- und
Landtagsabgeordnete aller Parteien auf, sich jetzt endlich vehement
gegen die wachsende Liste potentieller Streichungen
einzusetzen!“, so Frömming. „Nachdem die
CDU/FDP-Landesregierung erst vor wenigen Wochen im Großraum
Braunschweig und insbesondere im Bereich Harz den Einbrüchen im
Nahverkehrsangebot tatenlos zusah, kommt nun Schritt für Schritt
die nächste Region an die Reihe! Nicht einmal vor der Region
Hannover macht die Kahlschlag-Politik des Landes mehr Halt. Dort stehen
ebenfalls S-Bahnen und rund 30 Buslinien zur Diskussion.“
Hintergrund der Zug-Streichungen ist die Weigerung des Landes, die gekürzten Bahn-Mittel des Bundes durch die mehrfachen zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen auszugleichen. Dies war der Kompromiss nach harten
Verhandlungen im Bundesrat im Sommer 2006. Nur rund zehn Prozent dieser
Mehreinnahmen seit Jahresbeginn würden zur Kompensation der
fehlenden Nahverkehrsmittel ausreichen. „Das Land ignoriert, dass
innerhalb der letzten zehn Jahre landesweit 40 Prozent und speziell bei der
S-Bahn Hannover bis zu 100 Prozent mehr Fahrgäste vom Pkw auf
Bahnen und Busse umgestiegen sind. Zudem lenkt das Land noch Gelder aus
dem Öffentlichen Nahverkehr in zusätzlichen Straßenbau
um. Deutlicher kann man der Bevölkerung nicht mitteilen, dass
Klimaschutz und moderne Verkehrspolitik in Niedersachsen keine Rolle spielen!“, so Frömming. Der VCD hat zur Thematik eine neue Broschüre „Fährt Niedersachsen den Nahverkehr auf das Abstellgleis?“ veröffentlicht. Sie ist über hier
zu finden. Dort hat der VCD auch einen Offenen Brief an
Ministerpräsident Wulff veröffentlicht, der die weitere
Förderung des umweltfreundlichen Nahverkehrs in Niedersachsen zum
Ziel hat. Veranstaltungshinweis:
Am
3. Mai 2007 veranstaltet der VCD im Grand Hotel Maritim Hannover den
"4. VCD-Bahnkongress Niedersachsen"; Thema: "Mehr Fahrgäste -
weniger Geld: Welche Zukunft hat der Schienenpersonennahverkehr in
Niedersachsen?"
Informationen:
Michael
Frömming, Tel. 0173 9330629
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