„Klimaschutz und Landesraumordnungsprogramm schließen sich aus!“
Pressemitteilung 4/2007 vom 05.03.2007 Stellungnahme des Verkehrsclub Deutschland (VCD):
– Parteiübergreifender Appell an Kreis- und Landtagsabgeordnete. Immer noch Straßenbau im Vordergrund, Bahnstrecken gestrichen
Hannover. In
seiner Stellungnahme zum Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) hat der
Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Landesregierung hart kritisiert. Im
Bezug auf die räumliche, wirtschaftliche und umweltpolitische
Entwicklung im Land sei das vorgelegte Raumordnungsprogramm ein
Rückschritt. „Klimaschutz und zukunftsfähige
Verkehrspolitik schließt das Werk aus!“, so
VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Aus
Sicht des VCD zeichnet sich insbesondere im Bereich Verkehrspolitik
eine weitere Schwächung der niedersächsischen Regionen ab.
Eine vom zuständigen Landwirtschaftsministerium betonte
„große und noch wachsende Bedeutung für die
Entwicklung des gesamten Landes“ durch das LROP kann der VCD
nicht erkennen. Vor allem die sehr hohen Investitionen in
Transitkorridore durch das Land Niedersachsen bringen der
Bevölkerung in den betroffenen Regionen keine Vor-, sondern vor
allem Nachteile durch Lärm und Abgasbelastungen. Die enormen
öffentlich zu tragenden Subventionen in den Bau der
geplanten neuen Autobahnen A 22 „Küstenautobahn“ und A
39 Lüneburg – Wolfsburg vornehmlich für
Schwertransporte sind aus verkehrlicher Sicht nicht zu rechtfertigen.
Das Ziel, die Straßen vom Schwerlastverkehr zu entlasten, wird
durch den Neubau dieser Fernstraßen konterkariert. Beide
Autobahnen sollten daher im künftigen LROP nicht erscheinen.
Das
von allen politischen Parteien geforderte Ziel, Transporte von der
Straße auf die Schiene zu verlagern, wird auch nicht durch die
sogenannte „Y“-Trasse Hamburg/Bremen – Hannover
erzielt. Der VCD hatte hierzu unlängst eine eigene viel beachtete
Ausbauvariante bestehender Bahnlinien in die Diskussion eingebracht.
Der Studie zufolge ist der Ausbau des bestehenden Bahnnetzes nicht nur
effektiver für die Anbindung der Seehäfen-Verkehre, sondern
auch günstiger zu realisieren. Statt
neue Bahnlinien in das Raumordnungsprogramm aufzunehmen, fehlen im
Vergleich zur letzten Version aus dem Jahr 1994 einige Bahnlinien, z.B.
von Dannenberg nach Uelzen, beziehungsweise nach Salzwedel. Für
künftige Verkehre auf der Schiene plädiert der VCD, folgende
Schienenkorridore (wieder) in das LROP aufzunehmen: · (Bremen -) Bassum – Rahden (- Bielefeld)
als Entlastung der Bahnverbindung Hamburg – Bremen – Ruhrgebiet
· (Rostock/Ludwiglust) - Dannenberg - Uelzen
als potentielle Entlastung des Bahnknotens Hamburg
· Dannenberg – Lüchow (- Salzwedel)
als künftige Regionalstrecke im Personenverkehr
· Helmstedt – Schöppenstedt (- Braunschweig)
"Alles
in allem stellen wir fest, dass das Thema Klimaschutz im Bezug auf die
Verkehrspolitik in Niedersachsen einfach noch nicht in den Köpfen
der Landespolitiker angekommen ist", so Frömming. Als Indikatoren
hierfür zählt der VCD auch die erheblichen Einschnitte in den
Nahverkehr sowie die Unterstützung für die "Monster-Trucks",
die sogenannten "Gigaliner", durch die Landesregierung auf.
Informationen:
Michael
Frömming, Tel. 0173 9330629
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