VCD: „Küstenautobahn-Pläne aufgeben!“

 


Pressemitteilung 10/2007 vom 11.04.2007

Treffen der norddeutschen Regierungschefs heute in Kiel

Auch in Niedersachsen besser Defizite im Schienenverkehr beseitigen

 

Hannover. Angesichts des heute in Kiel stattfindenden Treffens der Regierungschefs der fünf norddeutschen Bundesländer fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Pläne für die sogenannte Küstenautobahn A 22 von Lübeck über Stade ins niedersächsische Ammerland endlich aufzugeben. „Angesichts enger finanzpolitischer Spielräume, der verkehrspolitischen falschen Weichenstellung und der Klimaentwicklungen sollte die Küstenautobahn so schnell wie möglich von der Tagesordnung der norddeutschen Politik genommen werden!“, so der niedersächsische VCD-Landesvorsitzende Michael Frömming.

Gerade auch in Niedersachsen gebe es nach Auffassung des VCD erhebliche Defizite in der Bahnpolitik des Landes. So verfolge die Landesregierung in Hannover nach wie vor die 1,5 Milliarden Euro teure Neubauplanung der sogenannten Y-Trasse, der Eisenbahnverbindung von Hamburg und Bremen nach Hannover. „Diese Trasse kostet wie die Küstenautobahn ebenfalls nur Unsummen an Steuergeldern, ohne echte Entlastungen zu bringen“, so Frömming. In einem eigenen Konzept fordert der VCD den Ausbau des bestehenden Bahnnetzes zur Anbindung der Seehäfen in Hamburg, Bremen/Bremerhaven und Wilhelmshaven. „Unser Konzept befasst sich mit den Problemen in den Knotenbahnhöfen Hamburg und Bremen, dort also, wo die vielen zusätzlichen Güterzügen künftig in Richtung Süden verkehren. Eine teure Bahntrasse durch die Lüneburger Heide bringt da nichts!“, ist sich Frömming sicher.

Der VCD weist darauf hin, dass in Niedersachsen wichtige Bahninfrastruktur zur Entlastung der Seehäfen derzeit brach liegt. Beispielsweise sollte eine vorausschauende Verkehrspolitik parallel zu den überlasteten Bahnlinien vorhandene Bahntrassen für künftige Verkehre sichern. So sei die Nord-Süd-Verbindung von Bremen über Sulingen in Richtung Ostewestfalen immer noch stillgelegt, obwohl auf den parallelen Hauptachsen die Kapazitäten bald erschöpft seien. Pikanterweise hat die Landesregierung diese und andere wichtige Bahnlinien gerade erst aus dem Landesraumordungsprogramm entfernt. Hingegen tauchen dort noch immer neue Autobahnen, wie die A 22 oder die A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg auf. Nach Auffassung des VCD sei die aktuelle Landespolitik in Hannover weder nachhaltig noch förderlich zur Stärkung der ländlichen Regionen.


Rückfragen: 

Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

 

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