Diskussion um norddeutsche Hafenanbindung:
Pressemitteilung 17/2007 vom 04.07.2007
VCD erstaunt über „Y-Trasse“-Aussagen der Uni Hannover
Kernproblem bleibt der Ausbau der Bahnknoten Bremen und Hamburg
Hannover. Mit Erstaunen nimmt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die heute vorgestellte Studie der Universität Hannover zur sogenannten Y-Trasse zur Kenntnis. Das im Auftrag des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen verfasste Konzept kommt zu dem Schluss, dass die ursprünglich für den schnellen ICE-Verkehr konzipierte Bahnstrecke von Hamburg und Bremen nach Hannover Vorteile für die Güteranbindung der norddeutschen Häfen aufweisen könnte.
„Wir haben ja Verständnis dafür, dass die Bauindustrie ein Interesse an der Y-Trasse hat, aber für die norddeutschen Verkehrsprobleme und insbesondere die Seehäfen bringt das Vorhaben keine relevanten Vorteile!“, so VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Dies ist auch das Ergebnis der im vergangenen Jahr im Auftrag des VCD aktualisierten Studie „Hochleistungsnetz statt Y-Trasse“. „Beide Studie eint jedoch die Erkenntnis, dass die wesentlichen Probleme für die Abfuhr der Güterzüge in den großen Bahnknoten Hamburg und Bremen liegen. Da macht es keinen Sinn, zwischen den Ballungszentren neue Schienen durch die Lüneburger Heide zu legen“, so Frömming.
Frömming kritisiert auch die hohen Kosten der heute vorgestellten Studie der Uni Hannover. „Bislang sind 1,3 Milliarden Euro Steuergelder für die Y-Trasse eingeplant. Die Uni-Pläne sehen darüber hinaus aber auch einen teilweise viergleisigen Ausbau der Linie Hamburg – Bremen sowie eine zusätzliche Verbindungskurve von der Y-Trasse im Raum Hannover vor. „Die Kosten laufen bei der Studie der Uni Hannover somit vollends aus dem Ruder!“, kritisiert Frömming.
Der VCD appelliert an Deutsche Bahn AG, die Bundes- und Landesregierung, umgehend den Ausbau der Gleise in den Zentren von Bremen und Hamburg in die Hand zu nehmen. Zeitgleich sollte der Ausbau des bestehenden Streckennetzes zwischen Hamburg, Bremen und Hannover planerisch auf den Weg gebracht werden.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
Studie: „Hochleistungsnetz statt Y-Trasse“
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