VCD fordert Ende des Gigaliner-Pilotprojektes
Pressemitteilung 18/2007 vom 12.07.2007
Überlange Lkw gefährden Verkehrssicherheit
Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert das Land Niedersachsen auf, die Testphase für die sogenannten Gigaliner zu beenden. Gegen den Widerstand aus EU und Bund versucht die Landesregierung in Hannover in einem bis Ende Juli laufenden Pilotprojekt, überlange Lkw auf den Fernstraßen zu etablieren. „Niedersachsen soll seine unrühmliche Sonderrolle zur Förderung des Schwerlastgewerbes aufgeben und stattdessen zukunftsfähige Verkehrskonzepte unterstützen!“, fordert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Nach Informationen des VCD mehreren sich bereits Stimmen aus dem Speditionsgewerbe, das Ladegewicht auf 60 Tonnen zu erhöhen. „Diese Monstertrucks gefährden Leben und Gesundheit! Immer wieder sind Lkw in schlimme Unfälle verwickelt. Nicht auszudenken, wenn eines Tages ein 60-Tonner in ein Stauende rast!“, so Frömming. Straßen, Brücken und Kurvenradien seien überdies für Gigaliner überhaupt nicht ausgelegt.
Neben Verkehrssicherheits-Gesichtspunkten bemängelt der VCD die fehlende verkehrspolitische Tauglichkeit des Gigaliners. Nach Meinung des VCD unterlaufen Gigaliner die Idee der Lkw-Maut. Statt die Gebühr für zwei Lkw zu entrichten, könnten Spediteure dank des höheren Ladevolumens in vielen Fällen einen zweiten Sattelzug sparen. Was im ersten Blick ökologisch klingt, bedeutet in der Realität eine weitere Verzerrung des Wettbewerbs zur weitaus umweltfreundlicheren Eisenbahn. Alleine im so genannten „Kombinierten Verkehr" würden nach Angaben der Bundesverkehrsministeriums knapp 14 Millionen Tonnen Fracht (32,3 % der untersuchten Schienentransporte) von der Schiene auf die Straße abwandern.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert, sich den Herausforderungen des Klimawandels einerseits und den Mobilitätsbedürfnissen unserer Gesellschaft andererseits zu stellen. „Eine intelligente Politik trägt dafür Sorge, unnötige Transporte durch eine angemessen hohe Lkw-Maut gänzlich zu vermeiden, beziehungsweise notwendige Gütertransporte auf die Bahn zu verlagern. Der VCD als Motor der Lkw-Maut-Debatte wird sich daher weiter für dessen schrittweise Erhöhung sowie Ausdehnung auf alle Fernstraßen und Kleinlaster einsetzen!“, erklärt Frömming. Das Land solle sich nach Auffassung des VCD für den Ausbau des bestehenden Bahnnetzes einsetzen. Seit dem 2. Weltkrieg wurden mehr als 3.000 Kilometer Bahntrasse in Niedersachsen stillgelegt.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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