Wachstum auf der Schiene zum Hamburger Hafen

 


Pressemitteilung 21/2007 vom 24.07.2007

VCD: ‚Ausbau des Schienenverkehrs muss Priorität haben!’
Y-Trasse bringt keine Lösung und lässt Kosten explodieren

 

Hannover. Angesichts der zunehmenden Güterumschlags im Hamburger Hafen auf die umweltfreundliche Eisenbahn fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den raschen Ausbau der Bahn-Hinterlandverbindungen in Niedersachsen wie auch den verbesserten direkten Anschluss des Hamburger Hafens. Das Containeraufkommen im Hamburger Schienenverkehr wuchs gegenüber 2005 um 11,1 Prozent, wie das Statistische Amt in Hamburg gestern mitteilte.

‚Höchste Eisenbahn also, den Schienenverkehr auch in Niedersachsen für die nächsten Jahre fit zu machen! Wir wollen den Ausbau der Bahn voranbringen und nicht auf weitere Fernstraßen wie A 22 oder A 39 setzen’, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des VCD in Niedersachsen. ‚Wir fordern die Landesregierungen in Niedersachsen und Hamburg auf, sich für den raschen Ausbau des bestehenden Bahnnetzes südlich von Hamburg einzusetzen. Dazu zählen neben der bestehenden Linie von Hamburg nach Hannover über Lüneburg auch die Ertüchtigung der Heidebahn von Hamburg über Soltau und Celle für Güter- und Regionalbahn-Züge. Aber auch der direkte Anschluss bis in den Hafen muss leistungsfähig ausgebaut werden.’

Eine klare Absage erteilt der Verkehrsfachverband der sogenannten Y-Trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover. ‚Diese Bahn wurde vor 15 Jahren einmal als Hochgeschwindigkeits-Strecke geplant und neuerdings kurzfristig als Güterbahn umdefiniert. Sie löst aber nicht die Probleme der Hafenwirtschaft, sondern bindet enorme Investitionsmittel, die den Seehäfen an anderen Infrastruktur-Maßnahmen dringend fehlen!’, so Frömming. Die Bremischen Häfen sowie der JadeWeser-Port in Wilhelmshaven profitieren nach Erkenntnissen des VCD ohnehin nicht exklusiv durch die Y-Trasse.

Ebenso wie die inzwischen intensiv diskutierte Studie von Dipl.-Ing. Roland Sellien zur Y-Trasse kommt seit wenigen Tagen auch eine neue Studie der Universität Hannover zu der Erkenntnis, dass die bisherige Trassenplanung enorme Defizite aufweist. Zusätzlich zu den bisherigen Baukosten in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro müssten zusätzliche Gleise gebaut werden, etwa ein viergleisiger Abschnitt von Buchholz bis kurz vor Rotenburg (Wümme). Gänzlich unberücksichtigt blieben bislang auch notwendige Verbindungsstrecken zu den Hannoveraner Güterstrecken und -bahnhöfen. ‚Diese zusätzlichen Kosten und planerischen Schwierigkeiten stellen die bisherigen Y-Trassen-Planungen vor gewaltige Finanzierungs- und weitere Akzeptanzprobleme!’, so Frömming. ‚Eine Kostenexplosion zu Lasten der Steuerzahler ist mit Sicherheit zu erwarten.’

 

Der VCD hatte in seiner in Auftrag gegebenen Studie von Sellien ebenso wie nun auch die Studie der Universität Hannover darauf hingewiesen, dass Güterverkehrsunternehmen die Y-Trasse wegen höherer Benutzungsgebühren ohnehin kaum nutzen dürften. ‚Wozu dann eine teure neue Trasse bauen, die keine Akzeptanz bei den Nutzern findet? Es ist jetzt wirklich an der Zeit, den Ausbau des bestehenden Bahnnetzes zu forcieren, statt noch mehr Jahre in die Planung der unnötigen Y-Trasse zu vergeuden!’ so Frömming.


Rückfragen: 

Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

 

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