Heute Verkehrsminister-Beratung zum Bahn-Börsengang:
Pressemitteilung 25/2007 vom 25.09.2007
VCD: „Niedersachsen soll sich weiter für öffentliches Schienennetz einsetzen!“
Auch Preiserhöhungen der der Deutschen Bahn?
Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht die von Deutsche Bahn-Konzernchef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG nach wie vor äußerst kritisch. Angesichts der heutigen Sitzung der Verkehrsminister von Bund und Ländern solle der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) darauf drängen, dass das Schienennetz in öffentlicher Hand bleibe. Andernfalls, so der VCD, droht auch in Norddeutschland der weitere Rückzug der umweltfreundlichen Eisenbahn aus der Fläche. Als Rückschlag für die Stärkung des Systems Schiene bezeichnet der VCD auch eine mögliche Ticket-Preiserhöhung um 2,9 Prozent. Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte entsprechende Überlegungen hierzu gestern veröffentlicht.
„Das Netz muss in öffentlicher Obhut bleiben. Die Deutsche Bahn AG veranschaulicht seit Jahren drastisch durch völlig überzogene Rückbaumaßnahmen im Schienennetz, wie sehr der Börsengang vor verkehrspolitischer Vernunft steht!“, erklärt Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. Viele Strecken in Norddeutschland könnten trotz Zuwachsraten im Personen- und Güterverkehr keine oder nur geringe zusätzliche Züge mehr aufnehmen, da Überholgleise entfernt wurden. Ganze Bahnstrecken verschwanden zudem vollständig von der Landkarte oder liegen derzeit brach „Jenseits der wenigen großen Hauptstrecken kann das einst weit verzweigte Gleisnetz trotz Verkehrszuwachs nicht mehr zur Entlastung beitragen.“, so Frömming. „Wir fordern das Land Niedersachsen deshalb auf, sich heute im Gespräch der Verkehrsminister in Berlin weiter für den Erhalt der Schieneninfrastruktur in öffentlicher Hand einzusetzen!“
Sollten sich zudem die Meldungen über höhere Fahrpreise bestätigen, befürchtet der VCD, dass der Fahrgastzuwachs gerade im Regionalverkehr gedämpft werde. „In Niedersachsen fahren heute 40 Prozent mehr Reisende mit der Bahn als vor zehn Jahren. Diese positive Entwicklung darf nicht durch höhere Fahrpreise beeinträchtigt werden!“, so Frömming.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
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