Morgen Bund-Länder-Diskussion zum Gigaliner
Pressemitteilung 26/2007 vom 08.10.2007
VCD: „Niedersachsen soll seine unrühmliche Sonderrolle pro Gigaliner aufgeben!“
Gefahren für Verkehrssicherheit befürchtet
Hannover/ Merseburg. Anlässlich der morgigen Konferenz der Verkehrsminister aus Bund und Ländern in Merseburg hofft der Verkehrsclub Deutschland (VCD), dass der niedersächsische Wirtschaftsminister Hirche (FDP) seine Sonderrolle zur Förderung der Gigaliner aufgibt. Da eine generelle Zulassung mit dem EU-Recht derzeit nicht absehbar ist, versucht Niedersachsen zusammen mit einigen Lkw-Spediteuren in einem Pilotprojekt mit 25,25 Meter langen Fahrzeugen eine Konkurrenz zur umweltfreundlichen Schiene auf die Straße zu bringen.
„Es macht doch keinen Sinn mehr, dass Niedersachsen gegen die fachlichen Einwände der Bundesverkehrsministeriums und des Verkehrsauschuss des Europäischen Parlaments sowie gegen eine Mehrheit der Bevölkerung den Schwerlastverkehr auf unseren Straßen forciert!“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. Bezogen auf den Schienenverkehr hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe festgestellt, dass der gesamte Einzelwagenverkehr bei den deutschen Bahnen zur Disposition stehen könnte. Nach Auffassung des VCD sprechen neben den Verlagerungseffekten von der Schiene auf die Straße vor allem auch Verkehrssicherheits-Aspekte im Vordergrund gegen die Monstertrucks. „Alleine die schweren alltäglichen Lkw-Unfälle auf der A 2 in Niedersachsen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Lkw-Verkehre zu minimieren, anstatt wie in Niedersachsen, durch falsche Weichenstellungen auch noch zu fördern!“, so Frömming.
Der Bund-Länder-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die außerordentliche Länge der Gigaliner zu erhöhten Gefahren beim Einfahren in enge Autobahnbaustellen führen könnte. Außerdem bestehen Gefahren durch deutlich verlängerte Überholvorgänge und verlängerte Räumzeiten bei Knotenpunkten ohne Signalanlagen. Beim Abbiegen sei das Überschreiten der eigenen Spur unvermeidbar. Durch den vergrößerten toten Winkel würden andere Verkehrsteilnehmer schnell übersehen sowie kleinere Kreisverkehre und enge Einmündungen beschädigt.
Der VCD-Landesverband Niedersachsen hatte in der vergangenen Woche bereits mit einem eigenen Informationsstand in der Hannoveraner Innenstadt auf die Gefahren der niedersächsischen Gigaliner-Förderung hingewiesen.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
Weiterführende Informationen: Güter auf die Schiene
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