Steigende Unfallzahlen in Niedersachsen
Pressemitteilung 4/2008 vom 22.01.2008
VCD fordert mehr Verkehrssicherheit auf Niedersachsens Straßen
„Politik und Behörden ducken sich zu oft weg vor der Verantwortung“
Hannover. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) beklagt den seiner Auffassung nach zu geringen Stellenwert der Verkehrssicherheit in Niedersachsen. Jüngste Daten aus der Verkehrsunfallstatistik zeigen eine stark negative Entwicklung, die dem regelmäßig durch Politiker geäußerten Ziel, die Unfallzahlen bedeutend zu senken, zuwider läuft. Auf der einen Seite wird heftig über die Problematik von Regelverstößen Jugendlicher debattiert. Auf der anderen Seite ducken sich Politik und Behörden im Alltagsgeschehen offensichtlich weg, wenn es um Verstöße gegen Verkehrsregeln geht.
„Geschwindigkeitsübertretungen und Falschparken werden dann als Kavaliersdelikte wahrgenommen, wenn es an spürbarer Überwachung fehlt. Laut EU-Ziel sind die Unfallzahlen bis 2010 um die Hälfte gegenüber 2001 zu senken. Die drastische Steigerung der getöteten Personen um 9,4 und der Verletzten um 11,3 Prozent nach der jüngsten Statistik bis Oktober 2007 gegenüber dem Vorjahr zeigt einen akuten Handlungsbedarf!“, erklärt VCD-Landesvorstandsmitglied Harald Walsberg. „Stattdessen aber ziehen sich Politik und Behörden immer weiter davon zurück, sich um die Thematik Verkehrssicherheit zu kümmern. Der Personalabbau bei der Polizei etwa hat solche Formen angenommen, dass sich diese zu selbst grundlegenden Aufgaben der Verkehrsunfallverhütung gar nicht mehr imstande sieht!“ Dies habe insbesondere in Ortslagen die Zustände weit unter die Mindeststandards gedrückt. Dass diese Zustände sich mancherorts manifestieren und zum Regelfall werden konnten, sei aus VCD-Sicht das besonders Bedenkliche.
„Bei Kindern und Jugendlichen wird verheerender Flurschaden angerichtet. Ihnen wird vorgeführt, wie immer wieder die gleichen Regelbrecher tagaus, tagein zum Sieger werden, indem Politik und Behörden wegsehen und sie zu Lasten der Allgemeinheit gewähren lassen“, so Walsberg. Der VCD stellt fest, dass eine zunehmende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern kein Vertrauen in die Arbeit von Politik und Behörden hat. So mehren sich etwa in Braunschweig Bürgerproteste gegen die Missachtung von Verkehrsregeln insbesondere durch Falschparken, aber auch bei Geschwindigkeitsverstößen. Auch aus anderen Landesteilen erreichen den VCD mit zunehmender Zahl Hilferufe von betroffenen Bürgern, die den Verband um Unterstützung bei ihrem Engagement für mehr Verkehrssicherheit in ihrem persönlichen Umfeld bitten.
„Es ist ein Punkt erreicht, an dem Politik und Behörden sich den berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger zum Einhalten von Verkehrsregeln endlich widmen müssen. Der VCD wird sich der Thematik Verkehrssicherheit in den kommenden Wochen und Monaten auch auf Landesebene verstärkt annehmen!“, betont Walsberg.
Rückfragen:
Harald Walsberg, Tel. 0171 2029333
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