Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg – Ludwigslust


Pressemitteilung 9/2008 vom 15.02.2008

VCD: Drehkreuz Uelzen mit Ostseehäfen verbinden
Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg retten und in GVZ-Konzept integrieren

 

Hannover/Uelzen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt die Initiative Uelzens, bei der Planung eines Güterverteilungszentrums (GVZ) besonders auf die Schiene zu setzen. Eine besondere Bedeutung wird dabei dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten beigemessen. „Wir fordern die Stadt auf, in ihrem Gutachten die Reaktivierung der Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg mit Weiterführung nach Ludwigslust zu prüfen. Nur so könne mit vergleichsweise geringem Aufwand eine zukunftsweisende und umweltfreundliche Anbindung Uelzens an die Ostseehäfen, Polen und das Baltikum erreicht werden.“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.


Nicht nur in Hamburg, Bremen und den Niedersächsischen Nordseehäfen wird ein rasanter Anstieg des Güterumschlags prognostiziert, auch Ostseehäfen wie Rostock und Sassnitz werden von dem steigenden Handelsvolumen mit Skandinavien und besonders dem Baltikum profitieren. „Uelzen könnte dabei ideal als Drehscheibe zwischen den Ost-West- und den Nord-Süd-Verbindungen fungieren. Voraussetzung ist jedoch die zügige Reaktivierung der Bahnstrecke Uelzen – Dannenberg mit Elbquerung bei Dömitz und Weiterführung nach Ludwigslust.“, so Frömming. „Gerade im Vergleich zu den geplanten Straßenbauprojekten A 14, A 39 und Querspange wäre ein Bahnprojekt mit Elbquerung konkurrenzlos günstig zu realisieren und könnte dabei einen Großteil des Güterverkehrs aufnehmen und damit Bundesstraßen wie die B 71 dauerhaft entlasten.“, erklärt der Landesvorsitzende des VCD. „Auch für den überlasteten Bahnknoten Hamburg ist diese Bahnstrecke sinnvoll.“

Mit großer Verwunderung hat der VCD hingegen die Initiative der Niedersächsischen Grünen zur Kenntnis genommen, gerade diese Bahnstrecke dauerhaft zu entwidmen und auf ihr einen Skater- und Radweg zu installieren. In der Gemeinde Oetzen will der Gemeinderat nun auf Antrag des grünen Ratsmitgliedes Elke Schulze sogar Tatsachen schaffen und hat die Entwidmung bei der DB beantragt. „Wir vermissen hier die verkehrspolitische Weitsicht und die Umsetzung des gültigen Landesraumordnungsprogramms, an dessen Entwicklung auch die Grünen beteiligt waren. Bei aller Liebe zum Sport: Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Nordostniedersachsen und darüber hinaus für eine Skaterbahn zu opfern, ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar.“, kritisiert Michael Frömming.

 

Der VCD fordern die Landesregierung, Kreis und Stadt Uelzen, sowie die Gemeinden an der Strecke auf, sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Bahnstrecke einzusetzen. „Bei einer moderaten Nutzung der Strecke mit Güterverkehr wird der Wideraufbau wirtschaftlich erst interessant. Davon profitierte nicht nur ein GVZ in Uelzen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern auch der Schienen-Personenverkehr mit einer intakten Infrastruktur und einem attraktiven Angebot.“, so Michael Frömming.


Rückfragen: 

Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

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