Mehr Lkw-Parkplätze an Autobahnen
Pressemitteilung 12/2008 vom 21.03.2008
VCD: „Keine weiteren Subventionen für Schwerlastverkehr!“
Niedersachsen soll stattdessen auf Erhöhung der Lkw-Maut drängen
Hannover. Rund 250 Millionen Euro sollen laut Bundesverkehrsminister Tiefensee in 11.000 zusätzliche Lkw-Parkplätze an Autobahnraststätten fließen. Niedersachsens FDP-Verkehrsminister Hirche fordert, dass vor allem an den Autobahnen 1, 2 und 7 umgehend neue Stellflächen für Trucker geschaffen werden. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert statt immer steigender Subventionen in den Lkw Verkehr die Verlagerung von Güterverkehren auf die umweltfreundliche Schiene.
Auch die schrittweise Erhöhung der Lkw-Maut könne laut VCD einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduzierung der schädlichen Auswirkungen des Lkw-Verkehrs auf Anwohner beitragen. Neben der Deutschen Bahn AG stehen inzwischen unzählige private und hoch motivierte Bahngesellschaften bereit, die Straßen vom Lkw-Verkehr zu entlasten. Dies sei auch hinsichtlich der täglichen Meldungen über schwere Verkehrsunfälle ein besserer Beitrag zur Verkehrssicherheit auf den Straßen als neue Parkplätze. „Rund eine Viertel Milliarde Euro Steuergelder sollen nun in 11.000 Lkw-Parkplätze fließen, das ist doch der völlig falsche verkehrspolitische Ansatz!“, beklagt der niedersächsische VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Im Bereich Schiene stellt der VCD bedauernd fest, dass trotz einer wachsenden Zahl von Studien, etwa der Universität Hannover oder des VCD, sogar an dem Bau der Y-Trasse festgehalten wird. „Auch das neueste Gutachten der Berliner Strategieberatung KCW spricht sich zur Anbindung der Häfen für den Ausbau des bestehenden Schienennetzes aus. Trotzdem klammert sich die neue Landesregierung hartnäckig an überholten Ideen aus den letzten achtziger Jahren“, moniert Frömming. Die immer wieder von CDU und FDP beschworene Stärkung der ländlichen Regionen findet mangels Konzepten zur Revitalisierung von Schienenstrecken und Bahnhöfen nicht statt.
„Anstatt sich ernsthaft mit zukunftsfähigen Verkehrskonzepten zu befassen, fällt den Verantwortlichen seit Jahren nicht viel mehr ein, als neue Parkplätze, zusätzliche Autobahnen und mehr Fahrspuren zu fordern.“ Dabei liegen in Niedersachsen ganze Eisenbahnnetze für die künftige Abwicklung von Güterverkehren brach, beispielsweise das sogenannte „Sulinger Kreuz“ mit Optionen zur Entlastung der wenigen Hauptachsen im Eisenbahnverkehr. Auch der Ausbau der Bahnknoten Bremen und Hamburg müsse statt der nicht zu finanzierenden und wenig wirkungsvollen Y-Trasse umgehend in Angriff genommen werden. Hierin seien sich mit Ausnahme der Verkehrsminister immer mehr Fachleute und Gutachter einig.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0173 9330629
[zurück zur
Übersicht] |