Ölpreis liegt bei 120 Dollar


Pressemitteilung 15/2008 vom 07.05.2008

VCD: „Neue Verkehrspolitik auch in Niedersachsen nötig!“
Kein Trend zur Wende erkennbar

 

Hannover. Zum ersten Handelstag im Jahr 2008 hatte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bereits auf die damalige Rekordmarke von 100 Dollar pro Barrel Öl hingewiesen und ein klares Umlenken in der niedersächsischen Verkehrspolitik eingefordert. Heute liegt der Preis bei 120 Dollar und somit fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr (68 Dollar/ Barrel). Der VCD erkennt jedoch bei der Landesregierung in Hannover keine Tendenzen, auf diese Entwicklungen mit einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik einzugehen.


„Weite Flächen des Landes Niedersachsen sind durch falsche Weichenstellungen derzeit abgehängt von Alternativen zum eigenen Pkw. Fast 3.000 Kilometer Bahnstrecken wurden seit dem 2. Weltkrieg in Niedersachsen stillgelegt, der Anschluss an die moderne Flächenbahn hat das Land durch eine falsche Prioritätensetzung verpasst“, bedauert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming. „Uns steht in Niedersachsen ein strukturelles Problem bevor, wenn auf dem Land immer mehr Menschen sich schlichtweg keinen eigenen Pkw mehr leisten können oder wollen.“


Der VCD verweist auf das Flächenland Rheinland-Pfalz. Dort hat die Landesregierung in den letzten zehn Jahren zehn ehemalige Bahnlinien für den Personenverkehr erfolgreich reaktiviert. „Niedersachsen hält dem Nahverkehr sogar rund 200 Millionen Euro ursprünglicher Mittel zurück, die bis zum Jahr 2010 eingeplant waren. Das trifft unter anderem den Nahverkehr in den Zentren, in denen sich der notwendige Ausbau von Bahn- und Buslinien teilweise verschiebt oder möglicherweise ganz unterbleibt“. Erfolgreiche Konzepte, wie Car-Sharing, finden durch die Landesregierung bedauerlicherweise ebenfalls keine Unterstützung.

Der VCD fordert die Landesregierung auf, die weltweiten Entwicklungen um den Rohölpreis als Herausforderung für die eigene Politik in Niedersachsen zu erkennen. Als wesentliche Baustellen für künftige Entwicklungen nennt der VCD die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs vor allem auch in der Fläche, eine Raumplanung mit Bezug auf die Nahverkehrsachsen, die Förderung des Car-Sharing-Systems in den größeren Städten sowie des Rad- und Fußverkehrs. „40 Prozent mehr Fahrgäste im Nahverkehr in Niedersachsen in den letzten zehn Jahren sind ein Indiz dafür, dass die Bevölkerung bei der Wahl der Verkehrsmittel oft schon weiter ist als die politischen Entscheidungsträger!“, so Frömming.


Rückfragen: 

Michael Frömming, Tel. 0173 9330629

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