Sonderzüge zwischen Rinteln und Stadthagen
Pressemitteilung 23/2009 vom 26.08.2009
VCD: „Eindrucksvoller Beleg für das Bürgerinteresse an ihrer Eisenbahn im Landkreis Schaumburg!“
Rund 500 Teilnehmer an Bord des modernen DB-Triebwagens
Hannover. „Rund 500 zufriedene Fahrgäste sind ein sehr eindrucksvoller Beleg dafür, wie sehr die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Schaumburg sich den Erhalt ihrer Eisenbahnstrecke von Rinteln nach Stadthagen wünschen“, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der VCD charterte am vergangenen Wochenende einen modernen Triebzug der Deutschen Bahn AG, um für den Erhalt der Bahntrasse zu werben.
Der Landkreis Schaumburg und Anliegerkommunen hatten im Februar 2009 beschlossen, die Strecke zum 31.12.2009 einzustellen. „Wir haben damals schon in der entsprechenden Sitzung darauf aufmerksam gemacht, dass die Strecke erhebliche touristische Potentiale besitzt. Wie sehr, davon konnten wir uns vor einigen Tagen überzeugen, als die Kapazitäten für die Fahrräder in unseren Sonderzügen an ihre Grenzen stießen. Die Sitzplätze in den beiden ersten Zugpaaren waren restlos belegt.“, so Frömming. Zahlreiche Familien aus dem Landkreis Schaumburg hatten die Gelegenheit für einen Ausflug genutzt.
Der VCD verweist auf den erfolgreichen „Moorexpress“ im Elbe-Weser-Dreieck. Dort stand vor rund zehn Jahren die Bahnlinie von Stade nach Osterholz-Scharmbeck ebenfalls vor dem Aus. Gemeinsam mit den betroffenen Kommunen habe man es aber geschafft, die Verbindung zu einer attraktiven Touristiklinie auszubauen, auf der heute im Sommer an jedem Wochenende Züge verkehren, die von der Bevölkerung gut angenommen werden. „Die rund 20.000 Fahrgäste spülen pro Jahr rund 600.000 € in die Region“, so Frömming. Mit dem Weserbergland und der Metropole Hannover habe die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn ein mindestens genauso hohes Potential, man muss es nur erkennen und nutzen“, so Frömming
Die Bahnstrecke im Schaumburger Land hat zudem Potentiale für den Güterverkehr, die bei entsprechender Vermarktung durch den Landkreis genutzt werden könnten. „Beim künftigen Schienennahverkehr ist das Land gefragt. Dort werden aber Reaktivierungen von Bahnlinien schlichtweg ausgesessen, weil man das entweder politisch nicht will oder schlichtweg nicht kann“, so Frömming. Dabei habe Rheinland-Pfalz als Flächenland in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich vorgemacht, wie so etwas funktioniert. „Dort sind bereits zwölf regionale Bahnlinien reaktiviert worden, weitere sind in der Planung zur Stärkung der ländlichen Region. Und das trotz knapper Kassen! Niedersachsen hat im selben Zeitraum gerade mal eine einzige Bahnlinie wieder ans Netz gebracht und konzentriert sich leider auf weitere Subventionen in immer neue und unnötige Straßenbauprojekte“, so Frömming.
„Für uns ist der Zug zwischen Rinteln und Stadthagen noch lange nicht abgefahren! Die Teilnehmer, darunter auch Politiker und zwei Bürgermeister aus der Region, haben uns positive Rückmeldungen auf unser Engagement für den Erhalt der Strecke gegeben. Zusammen muss es uns gelingen, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Unterstützer im Landkreis und bei der Landesregierung zu gewinnen“, so Frömming.
Rückfragen:
Michael Frömming, Tel. 0151 11578988
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