| VCD-Sonderzug „Seestern“ Bremen – Sulingen am 22.08.2004
(Letzter Zug nach Sulingen 1994 bei Apelstedt)
Der Verkehrsclub Deutschland
(VCD), Landesverband Niedersachsen, wollte mit dem Sonderzug
„Seestern“ zwei Ziele erreichen. Einerseits
erhielten Fahrgäste aus Bremen, Bassum und Diepholz die
Möglichkeit, das „Seefest“ im Rahmen der
975-jährigen Jubiläumsfeiern der Stadt Sulingen mit
der Eisenbahn zu erreichen. Andererseits ging es es uns aber auch
darum, für das Verkehrsmittel „Eisenbahn“
und den Erhalt und Ausbau des Eisenbahnnetzes rund um Sulingen zu
werben. Besonders freute uns, dass Vertreter aus Politik, Wirtschaft
und Verwaltung unser Anliegen nicht zuletzt mit ihrer Teilnahme
unterstützten. Der letzte Personenzug erreichte Sulingen im Jahre 1994. Danach wurde die Bahnlinie Bassum – Rahden eingestellt. Während in Nordrhein-Westfalen heute auf der Anschlussstrecke Rhaden – Bielefeld ein attraktiver Stundentakt mit modernen Triebwagen existiert, verkrautet die einst wichtige Bahnlinie von Bremen nach Ostwestfalen auf niedersächsischem Gebiet zusehends. Die letzten Personenzüge von Diepholz über Sulingen nach Nienburg fuhren bereits in den sechziger Jahren. Heute findet noch Güterverkehr von Diepholz über Rehden und Sulingen nach Barenburg statt. Doch die Deutsche Bahn AG, Geschäftsbereich Netz, möchte sich auch hiervon trennen. Sulingen wäre dann „eisenbahnfrei“! Während der Sonderfahrt am 22.08.2004 stellte sich heraus, dass in der Zwischenzeit vier Interessenten den Güzerverkehr übernehmen möchten.
Seit Jahren engagiert sich der VCD auf lokaler und auf Landesebene um den Erhalt der Bahnschienen rund um Sulingen, in Fachkreisen auch als „Sulinger Kreuz“ bekannt. Viele Gespräche mit verantwortlichen Politikern und der Verwaltung haben dazu geführt, dass die Region geschlossen hinter dem Erhalt der Bahninfrastruktur – vor allem zunächst für den Güterverkehr – steht. Aber auch für den Personenverkehr hat ein privater Investor seit Jahren Vorstellungen davon, wie man in Niedersachsen endlich die „Entwicklung der ländlichen Region“ ernst nehmen könnte. Die Aktion „Seestern“ mit rund 200 Fahrgästen diente also auch dazu, deutliche Signale aus der Region nach Hannover zu senden, um das Bahnfahren abseits der großen Magistralen – wie in anderen Ländern üblich - attraktiver zu gestalten.
HIER: Bilderbogen zur Sonderfahrt
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