Projekt Elbtalaue - Wendland

Gefördert durch die Lottostiftung BINGO

 

 

Laufzeit: April 2003 – März 2005


Projekt-Beschreibung

Die Region Elbtalaue-Wendland, geographisch eingegrenzt durch die Städte Lauenburg, Uelzen, Salzwedel, Wittenberge und Ludwigslust, hat sich in den vergangenen Jahren für viele Touristen als „Geheimtipp“ für Erlebnis- und Erholungsurlaub entwickelt.

 

 

Auch unter strukturpolitischen Gesichtspunkten bietet der Sanfte Tourismus angesichts einer überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit im Landkreis Lüchow-Dannenberg einen sinnvollen Beitrag, einen wertvollen Schub für die Tourismuswirtschaft beizutragen. Die „Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland“ steht in Niedersachsen in direkter Konkurrenz zu bekannten und stark beworbenen Touristikregionen, z.B. der Lüneburger Heide in unmittelbarer Nachbarschaft, aber auch dem Harz und der Nordsee-Region. Einen Rückschlag in der Förderung des Ziels sanften Tourismus musste das Elbtal durch die Elbe-Hochwasserkatastrophe im Sommer 2002 hinnehmen, die bis heute viele, aber nur knapp vorhandene finanzielle Mittel bindet.
 

 

Die meisten Touristen wählen bei der Anreise in die Region Elbtalaue-Wendland derzeit den eigenen Pkw. Neben dem schwachen Angebot des umweltfreundlichen Angebotes auf der Schienenanbindung Lüneburg – Dannenberg Ost, einem Zweistundentakt auf der Bahnlinie Uelzen – Schnega- Salzwedel sowie einem spärlichen Busangebot fehlen vielen Touristen die notwendigen grundlegenden Informationen über das Fahrtenangebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Ursprüngliche Pläne des Landes Niedersachsen, den Personennahverkehr zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost gänzlich einzustellen, konnten durch vielfältige Bemühungen abgewendet werden. Für einen dauerhaften Betrieb und einen erforderlichen Ausbau des Bahnverkehrs ist aber eine Steigerung der Fahrgastzahlen erforderlich. Eine Erhöhung der Reisendenzahlen trägt dazu bei, die öffentlichen Zuschüsse für den Bahnbetrieb in maßvollen Grenzen zu halten
 

 

Die Kernelemente des auf zwei Jahre befristeten Projektes lauten:
 

  • Landesweite Stärkung des Bewusstseins für die Elbtalaue
    und das Wendland als Tourismusregion

     

  • Förderung der umweltfreundlichen Anreise in die Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland
     

  • Beitrag zur Reduzierung der negativen Folgen des Elbe-Hochwassers im Sommer 2002 auf die Tourismus und Strukturentwicklung
     

Die Arbeitsschritte zum Erreichen dieser Ziele stellen wir Ihnen im folgenden Abschnitt vor:
 


A: Erstellung einer Broschüre 
„Umweltfreundlich in die 
Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland reisen!“


Mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren empfiehlt die Broschüre „Umweltfreundlich in die Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland reisen!“ (Arbeitstitel) Touristen die Anreise per Bahn und Bus. Ausgewählte Touren für Tagesurlauber ergänzen die allgemeinen und kurz gehaltenen Beschreibungen der Anfahrtmöglichkeiten. Beispiel: Tagestour Hamburg – Hitzacker und zurück mit Besuch von Vor-Ort-Freizeitangeboten oder Wandertipps. Auch die südliche Anreise Hannover – Schnega (Bahnverbindung Uelzen – Salzwedel) soll als Ausgangspunkt für Kurzurlauber aus der niedersächsischen Landeshauptstadt offeriert werden. Die Ausgestaltung der Reisetipps erfolgt in enger Abstimmung mit der Elbtalaue-Wendland Touristik und ihren lokalen Partnern.

Im aufklappbaren Mittelteil der Broschüre findet sich die sogenannte „Fahrplankarte Elbtalaue-Wendland“. In ihr sind die wesentlichen Bahn- und Busangebote widergegeben. Die geographische Begrenzung umfasst die Städte Lauenburg, Lüneburg, Uelzen, Salzwedel, Wittenberge und Ludwigslust. Sehenswerte Attraktionen sind besonders durch entsprechendes Layout hervorgehoben. Auf Grund der Übersichtlichkeit enthält die Karte keine Buslinien mit dünnem Angebot (z.B. Schülerlinien). Das Layout der Karte orientiert sich an der „Fahrplankarte Deutschland“, die die „fairkehr GmbH“ seit wenigen Jahren herausgibt. Die zu erstellende Fahrplankarte Elbtalaue-Wendland stellt die filigrane Ausgestaltung (Maßstab 1 : 425.000) der Bundeskarte dar (Maßstab 1 : 750.000) dar.

B: Website „Anreise“ 

Aufbauend auf Fahrplankarte „Elbtalaue-Wendland“ soll eine Internetpräsenz - eingefügt in den vorhandenen Auftritt von www.elbtalaue-wendland.de
– die Fahrplanauskunft für Touristen in einer innovativen technischen Variante optimieren. Der bestehende Auftritt www.elbtalaue-wendland.de wird im Bereich „Anreise“ grundlegend überarbeitet. Derzeit finden Touristen dort lediglich über eine Verknüpfung eine kurze Textbeschreibung sowie eine grobe Übersichtskarte, die die Anreise in die betroffene Region beschreibt. Der Projektbaustein B „website Anreise“ stellt eine deutliche Weiterentwicklung dar:
Interessierte Wendland-Urlauber können fortan mit ihrer PC-Maus beim Überstreichen Ihres Zielbahnhofes eine direkte und individuelle elektronische Fahrplanauskunft abrufen. 
Beispiel: Durch Überstreichen von Dahlenburg erscheint der Hinweis „Anfahrt Dahlenburg“. Durch Anklicken öffnet sich ein Fenster einer elektronischen Fahrplanauskunft (www.bahn.de, www.efa.de, www.connect.de ,..). Das Ziel „Dahlenburg“ ist bereits definiert. Somit muss nur noch der Eintrag des Abfahrtbahnhofs und des Reisedatums erfolgen; der potentielle Fahrgast erhält seinen persönlichen Fahrplan und kann diesen auch ausdrucken.
Mindestens die Bahnhöfe Lauenburg, Lüneburg, Uelzen, Schnega, Salzwedel, Dannenberg, Göhrde, Hitzacker und Dannenberg Ost sollten als Reiseziel abrufbar sein. Die Einarbeitung der Telefon-Hotlines von Taxi- und Hotel-Shuttles ist anzudenken und im Projekt mit den Kooperationspartner zu diskutieren.


C: Organisation von zwei landesweiten Fachveranstaltungen 

zum Austausch der Erfahrungen und zur Vermarktung der Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland. Ziel ist der Transfer von gesammelten Fach-Erfahrungen aus dem Elbtalaue-Wendland-Projekt in andere Regionen Niedersachsens. Zielgruppe sind Entscheidungsträger(innen) aus Politik und Verwaltung auf Landes- sowie auf lokaler Ebene sowie Vertreter(innen) aus den Touristikverbänden, Verbänden und sonstigen Institutionen. Das VCD-Projekt soll Niedersachsens Rolle im Bereich „Sanfter Tourismus und nachhaltige Mobilität“ auf Bundesebene unterstützend begleiten. Aus diesem Grunde zielt die Veranstaltung auch auf Zielpersonen aus benachbarten Bundesländern. Aus Beispiel fungiert Sachsen-Anhalt, wo die unmittelbar an die Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland gelegene Altmark den Ausbau des sanften Tourismus forciert. Durch die zum 1. Oktober 2002 umgesetzte teilweise Einstellung von zwei Bahnverbindungen von Salzwedel nach Wittenberge und Oebisfelde existiert eine ähnliche Ausgangsbasis für die Erreichbarkeit durch umweltfreundliche Verkehrsmittel.

Das erste (eintägige) Seminar ist für den Sommer 2003 geplant und dient neben der Darstellung der Projektziele und deren –bausteine der Präsentation der Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland als landesweites Pilotprojekt für einen sanften Tourismus und eine nachhaltige Mobilität. Vorgestellt wird auf dem Seminar die unter A und B geschilderten Maßnahmen (Broschüre und website).
Die zweite Veranstaltung dient zur Präsentation der Ergebnisse sowie zur Diskussion über die Übertragbarkeit auf andere Regionen in Niedersachsen, bzw. deutschlandweit


Evaluation
Eine Vorher-/ Nachherbefragung für ÖPNV-Fahrgäste ist Projektestandteil

Projektträger:
Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen
Herr Michael Frömming (Vorsitzender)
Postfach 6124
30061 Hannover