Pressemitteilungen des VCD Kreisverband Offenbach
Offenbach, August 2003
Radler als Freiwild?
VCD fordert dringend Verkehrskonzept zum Schutz von Radfahrern
Gleich zwei Todesopfer binnen 24 Stunden bedeuten für den Kreisverband Offenbach des Verkehrsclub Deutschland (VCD) dringenden Handlungsbedarf. Beide Radler wurden auf verkehrsreichen Durchgangsstraßen von Autos erfaßt. Für VCD-Sprecher Wolfgang Grölz ist das kein Zufall. "Dem zunehmenden Fahrradverkehr wird nicht genügend Rechnung getragen, weder im Bewußtsein der automobilen Gesellschaft noch in den Köpfen mancher Politiker, wiewohl immer mehr Bürger deren Forderung zum Wechsel vom Auto aufs Rad beherzigen." Während in Offenbach trotz relativ günstiger Straßenverhältnisse ein Radler der Rücksichtslosigkeit eines Autofahrers zum Opfer fiel, wäre der Unfall auf der Darmstädter Landstraße nach Ansicht von Grölz schon durch angemessene Verkehrsregelungen zu vermeiden gewesen. Auf den verkehrsreichen Verbindungen zwischen Frankfurt und den angrenzenden Gemeinden sieht der VCD hohes Gefährdungspotential. Der Verkehrsclub fordert von der Metropole und dem Umland koordinierte Maßnahmen, damit nicht ausgerechnet solche Unfallschwerpunkte in einem verkehrspolitischen Niemandsland verbleiben.
Gerade die Darmstädter Landstraße zwischen Neu-Isenburg und Sachsenhausen wird von einer wachsenden Zahl radelnder Pendler genutzt. Schon ein Tempolimit auf der als Rennstrecke gefürchteten Verbindung könnte die Sicherheit spürbar erhöhen, denn vorläufig scheiden die vorhandenen Waldwege aufgrund ihrer Beschaffenheit als vertretbare Alternative zur recht schmalen Landstraße aus. Auch angesichts der einmündenden, hoch frequentierten Wege hält der Isenburger VCD-Mitstreiter Werner Geiß eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Km/h im gesamten Streckenverlauf für die gebotene Sofortmaßnahme, um weiteres Unheil zu verhindern.
In diesem Zusammenhang betont Geiß nochmals die Forderung nach einer Verkehrsberuhigung im Bereich der Bus- und Tramhaltestellen an der Stadtgrenze zu Neu-Isenburg. Schnelle Autos gefährden hier nicht nur Radler, sondern auch die Fahrgäste. Geiß: "Wer die Darmstädter Landstraße queren will, um einen herannahenden Bus zu erreichen, setzt sein Leben aufs Spiel. Tempo 30 im unmittelbaren Haltestellenbereich und eine Verlegung der gelben Ortsaus- und Eingangstafeln Richtung Frankfurt könnten die Situation deutlich entschärfen."
Seit langem bemüht sich der VCD um eine angemessene Respektierung des zunehmenden Fahrradverkehrs in der Gesellschaft. "Radfahren ist weit mehr als Freizeitbeschäftigung." betont Wolfgang Grölz, "Vor allem im Alltagsverkehr ist es längst eine umweltschonende Alternative zum Auto. Die Politik muß den Rahmen schaffen, daß endlich eine gleichberechtigte und gefahrlose Nutzung der vorhandenen Verkehrswege selbstverständlich wird." Konkreten Handlungsbedarf zur Sicherung des Fahrradverkehrs sieht der Verkehrsclub vielerorts im Kreisgebiet. Für die wichtigsten Gefahrenschwerpunkte werden Lösungsvorschläge erarbeitet, die den zuständigen politischen Gremien vorgestellt werden sollen.


