Pressemitteilungen des VCD Kreisverband Offenbach

Offenbach: 17. 01. 2001

Bahnanbindung von Stadt und Kreis weiterhin unbefriedigend
VCD-Umfrage: Wirtschaft und Politik sehen dringenden Handlungsbedarf

In einer Umfrageaktion bei den wichtigsten Gremien aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat der Kreisverband des Verkehrsclub Deutschland (VCD) um Stellungnahmen zur derzeitigen Bahnanbindung von Offenbach gebeten. Aktueller Anlaß war die Streichung aller Schnellzughalte am Offenbacher Hauptbahnhof sowie die bevorstehende Schließung des Güterbahnhofs.

Einhellig haben die Befragten eine angemessene Anbindung an das Schnellzugnetz gefordert, da im Kreisgebiet aufgrund der Bevölkerung und des Wirtschaftswachstums eine steigende Nachfrage bestünde. Oberbürgermeister Grandke verweist auf Fahrgastzählungen der Stadt, welche die von der Bahn AG ermittelte geringe Nachfrage deutlich widerlegen. Entsprechend groß ist auch die Bereitschaft, die Fernbahnanbindung in politischen Gremien einzufordern.

Als künftigen Standort für einen Offenbacher Hauptbahnhof wird der derzeitige Ostbahnhof bevorzugt, da nur dort eine ausreichende Verknüpfung mit dem Kreisgebiet über das S-Bahn-Netz gegeben ist. Bereits heute wird der Ostbahnhof von den meisten städtischen Buslinien bedient.

Die von der Bahn AG schon beschlossene Einstellung der Güterverkehrsanbindung von Stadt und Kreis stößt auf Unverständnis, da örtliche Betriebe hierauf angewiesen seien. Darüber hinaus steht der Wunsch nach Verlagerung von Transporten auf die Schiene klar im Widerspruch zum geplanten Rückbau der Infrastruktur des Güterverkehrs.

Viele Institutionen sehen die Förderung des Schienenverkehrs auch im Kontext mit ökologischen Leitlinien, denen in der verdichteten Rhein-Main-Region besondere Bedeutung zukomme, um der Bevölkerung akzeptable Umweltbedingungen zu gewährleisten.

Die zum Teil sehr ausführlichen Antworten haben im Wesentlichen die Standpunkte des VCD-Kreisverbandes bestätigt und zu einem festen Meinungsbild beigetragen. Der VCD wird die Stellungnahmen in einem Schienenverkehrskonzept für Stadt und Kreis zusammenfassen und den zuständigen Gremien der Bahn kurzfristig zuleiten, um möglichst schon zum nächsten Fahrplanwechsel durchgreifende Verbesserungen zu erzielen. Die VCD-Vertreter sehen nun eine Chance, die Bahn zu einer Überarbeitung ihrer Planung bewegen zu können, wissen sie doch neben den VCD-Mitgliedern, die schon im Sommer des Vorjahres befragt wurden, auch die wichtigsten Institutionen in der Region hinter sich.

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