Pressemitteilungen des VCD Kreisverband Offenbach
Pressemitteilung, Offenbach: 22. Februar 2007
Alle reden vom Klimawandel - nur die IHK Offenbach und Verkehrsminister Tiefensee nicht!
Bei der Offenbacher IHK ist die Nachricht vom Klimawandel anscheinend noch nicht angekommen. Wie anders ist die Forderung nach einem weiteren Ausbau der Autobahnen im Rhein-Main Gebiet sowie des Frankfurter Flughafens zu verstehen.
Während die Städte im Verkehr ersticken und bereits jetzt bis über die zulässigen Grenzwerte durch Feinstaub und Lärm belastet sind, wird ein weiterer Ausbau des Strassennetzes gefordert. Es wird nur von einer Verringerung der Verkehrsstaus geredet. Dass der Verkehr ausser Abgasen auch Schadstoffe durch Reifen- und Strassenabrieb und Lärm erzeugt, wird unter den Tisch gekehrt. Werner Geiss, Sprecher des VCD Offenbach, fordert die IHK deshalb auf, sich Gedanken über einen Ausbau des Schienennetzes und die Verlagerung des Güterverkehr zurück auf die Schiene zu machen, statt ständig noch breitere Autobahnen zu fordern.
Wo bleiben die Forderungen nach der Reaktivierung des Offenbacher Güterbahnhofs, um den LKW-Verkehr zu reduzieren, oder dem Ausbau der S-Bahnen über den Rodgau hinaus in den Odenwald, um den Pendlern eine Alternative zum Auto zu bieten?
Und dass Flugzeuge klimaschädliche Fortbewegungsmittel sind, ist der IHK anscheinend auch unbekannt. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen klimaschädliche Abgase, deren Auswirkungen in der Höhe dreimal stärker sind als am Boden und so den Treibhauseffekt entsprechend vergrössern. Derzeit trägt der Flugverkehr mindestens vier Prozent zur globalen Erwärmung bei, und das Umweltbundesamt erwartet eine Verdreifachung der Kohlendioxid-Belastung durch den deutschen Flugverkehr bis 2030.
An die Lärmbelastung der Bevölkerung wird erst gar nicht gedacht. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms sind gravierend. Dauernder Fluglärm wirkt sich in einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Herzinfarkt aus. Bei Kindern im Umkreis von Flughäfen wurden außerdem Konzentrations- und Lernschwierigkeiten festgestellt.
Dementsprechend müssen bei dem Bau einer neuen Start-/Landebahn auch die Siedlungsbeschränkungsbereiche rund um den Flughafen erheblich erweitert werden. Das würde für viele Haus- und Grundbesitzer sowie Gemeinden wie Offenbach bedeuten,
- dass die (Bau-)Grundstücke praktisch wertlos werden.
- dass keine wesentlichen Erweiterungen zum Wohneigentum mehr durchgeführt werden können.
- dass ausgewiesene Baugebiete nicht mehr bebaut werden dürften bzw. neue Baugebiete in den entsprechenden Bereichen nicht mehr ausgewiesen werden können.
- dass keine Nachverdichtungen vorhandener Baugebiete mehr erfolgen können.
Peter Wagner vom BUND Offenbach fordert deshalb Bundesverkehrsminister Tiefensee auf, sich mehr Gedanken über einen umweltfreundlichen und zukunftsfähigen Umbau der Verkehrsnetze zu machen, als einer weiteren Betonpolitik das Wort zu reden.
