Pressemitteilungen des VCD - Kreisverband Ortenau

 

VCD zu neuen Haltepunkten (04.02.2001)

Offenburg (ck) In der Diskussion um die Einrichtung von neuen Haltepunkten hat sich nun der Kreisverband Ortenau des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zu Wort gemeldet.

Grundsätzlich ist die Einrichtung eines neuen Haltepunktes beim Kreisschulzentrum zu begrüßen. Es muß aber dennoch Wert darauf gelegt werden, daß dadurch die Einrichtung von weiteren Haltepunkten nicht in den Hintergrund rückt. So ist z.B. der Halt beim Kreisschulzentrum nicht als Ersatz für den zurückgestellten Halt bei der Zauberflötenbrücke zu sehen. "Es stellt sich die Frage, warum der Halt beim Kreisschulzentrum nun mit höherer Priorität behandelt wird, als der in der Stadtmitte, obwohl dieser mit 3500 Fahrgästen ein fast dreimal so hohes Fahrgastpotenzial hat", so ein VCD-Sprecher.

Das Konzept mit der Einrichtung von über 20 neuen Haltepunkten, das die Bahn 1995 vorgestellt hat, ist inzwischen auf vier Haltepunkte zusammengeschrumpft, die überhaupt noch zur Diskussion stehen. Konkret in Planung sind davon nur zwei: Kreisschulzentrum und Vogtsbauernhöfe. "Es darf nicht vergessen werden, daß auch die angeregten Haltepunkte, wie zum Beispiel in Ortenberg, Ohlsbach, Friesenheim und Niederschopfheim, ein ähnlich hohes Fahrgastpotenzial bieten, wie die geplanten und sich außerdem teilweise günstiger realisieren lassen.", so der Sprecher weiter. "Wo, wie in Ortenberg, bereits früher ein Bahnhof existierte, sind die aufzubringenden Investitionen wesentlich niedriger, als bei einem komplett neuen Halt." Dazu komme noch, daß beispielsweise für den Halt in der Stadtmitte bereits konkrete Zusagen für Zuschüsse des Landes vorgelegen hätten.

Der beste und effektivste Weg, einen wirklichen Durchbruch für den ÖPNV in der Ortenau ist neben einem dichten und regelmäßigen Taktfahrplan die Einrichtung von neuen Haltestellen.


Steigerung des Radverkehrs nicht nur der Stadt anzurechnen (04.02.2001)

Offenburg (ck) Dass der Radverkehr in Offenburg laut der Stadt um 27% in 6 Jahren gestiegen ist, ist erfreulich. Es ist allerdings fraglich, ob die Zunahme nur auf die Förderung der Stadt zurückzuführen ist. Zu fragen wäre auch, ob der Radverkehrsanteil gestiegen ist, oder ob sich die Zunahme nicht schon allein aus dem allgemeinen Verkehrswachstum ergibt.

Zum größten Teil wird die Steigerung von 4.5% jährlich auf die allgemeine Attraktivitätszunahme des Radverkehrs zurückzuführen sein. Ein weiterer Grund wird, wie auch von der Stadt schon genannt, sein, daß zahlreiche Schüler nach der Preiserhöhung für Schülermonatskarten aufs Fahrrad umgestiegen sind. Ob die Fahrradförderung der Stadt letztendlich Ursache für die Zunahme ist, ist fraglich, zumal es immer noch zahlreiche Stellen in Offenburg gibt, die für Radfahrer hinderlich oder sogar gefährlich sind.

Als ein Beispiel sei hier nur die Hildastraße zwischen der Weingartenstraße und dem Augustaplatz genannt. Nachdem Anfang des Jahres der Antrag der Grünen im Gemeinderat abgewiesen wurde (OT vom 14.4.2000) kann die Route Hildastraße-Hindenburgstraße von Autofahrern weiterhin zur Umfahrung der Ampel genutzt werden. Nur geschieht das meist nicht unter Einhaltung der zulässigen Schrittgeschwindigkeit. Oft wird sehr viel schneller gefahren, was eine Gefahr besonders für die Radfahrer und Fußgänger darstellt.

Eine weitere Einrichtung, die eine große Gefährdung für Radfahrer und Fußgänger darstellt, sind die "gemeinsamen Fuß- und Radwege", die in den letzten Jahren verstärkt eingerichtet wurden (Rammersweierer Straße, verlängerte Moltkestraße, Im Seewinkel/Straßburger Straße) Die gemeinsame Nutzung eines Weges führt oft zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern, wie die Unfallstatistik zeigt. Radfahrende gehören auf die Fahrbahn in den Blickwinkel des gefährdenden Autofahrers und nicht hinter parkende Autos dem Blick des abbiegenden Autofahrers entzogen.

Ein weiteres Beispiel, wie der Radverkehr behindert wird, sind die ebenfalls erst in den letzten Jahren eingeführten Ampeltaster. Anstatt es den Radfahrern zu ermöglichen, gleichzeitig mit dem Autoverkehr dessen Grünphase zu nutzen, werden sie dazu gezwungen, die Grünphase der Fußgänger abzuwarten. Es wäre undenkbar, daß man das Drücken einer Taste den Autofahrern an der Ampel ebenfalls zumutete. Diese Taster dienen offenbar nur dazu, den Autoverkehr auf Kosten der Radfahrer zu beschleunigen.

Oft sind es nicht millionenschwere Investitionen in neue Radwege, die das Radfahren sicherer und schneller machen, schon kleine Details können einen Komfortgewinn bedeuten. So wäre eine häufigere und gründlichere Reinigung der Radwege ein Mittel, gefährliche Glasscherben-Fallen zu vermeiden.

Auch wäre ein konsequenteres Durchgreifen der Polizei gegen die zahlreichen Autofahrer nötig, die Radwege als Parkplätze mißbrauchen.

Christopher Kleinheitz

 
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