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Abendverbindung von Strasbourg gekappt
Sonntagsreden und Realität (16.06.2001) Offenburg / Lahr (hs). Ich traute meinen Augen nicht, am Sonntag, den 10. Juni, Tag des Fahrplanwechsels: der Triebwagen von Kehl nach Offenburg fuhr statt um 23h55 erst um 0h27 ab. Die Befürchtung, daß damit auch der Anschluß in Offenburg nicht mehr klappt wurde zur Gewissheit, als der Auskunftsbeamte der SNCF die Auskunft der DB aufrief. Der letzte Nahverkehrszug verläßt Offenburg nach wie vor um 0h22 Richtung Süden. Für Lahrer und weiter südlich bis Freiburg Wohnende werden die Schienen nun schon um 22h02 in Strasbourg hochgeklappt, nichts mehr mit Abendvergnügen in der Europahauptstadt. Welcher Teufel reitet eigentlich die SWEG/OSB die seit zwei Jahren funktionierende Spätverbindung von Strasbourg Richtung Lahr und weiter bis nach Freiburg nicht endlich bis Strasbourg Zentrum weiterzuführen wie seit Jahren immer wieder angekündigt, sondern auch noch des Anschlusses zu berauben? Was sagen die politischen Sonntagsredner in Kreistag und Lahrer Gemeinderat die so gern Schirmherren bei Aktionstagen für Umweltfreundlichen Verkehr sind und ja wohl diesen Skandal zu verantworten haben? Die Verantwortlichen im Landratsamt sollen nicht geschont werden: warum, meine Herren, warum eine sich gut entwickelnde Verbindung so brutal zerstören? Denn die Züge waren keineswegs leer um diese Zeit! Und in aller Schärfe: Geld ist genug da für Rheinbrücken mit vielspurigen Straßen, zigfachen Umbau von Straßenkreuzungen zu Kreisverkehren, Subventionierung von volkswirtschaftlich unsinnigen Flugplätzen. Ein attraktiver öffentlicher Verkehr liegt halt außerhalb der Windschutzscheibe der vom Steuerzahler finanzierten Dienstwagen. Nun, ich mußte mal wieder die Strasbourger Freunde um Beherbergung bitten und das gemeinsame Abendessen um ein gemeinsames Frühstück ergänzen. Helmut Schönberger |