Praktikum in der VCD-Online-Redaktion

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Sebastian, wie bist du zum VCD gekommen?
Ich habe in meinem Biologiestudium den Schwerpunkt auf Naturschutz und Ökologie gelegt und mich nebenbei politisch engagiert. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist. Als ich auf die Ausschreibung des VCD gestoßen bin, habe sofort gedacht, das ist mein Ding.
Warum?
Mir war es wichtig, dass sich der VCD als Umweltorganisation begreift. In diesem Bereich wollte ich schließlich arbeiten. Wie der Name Verkehrsclub Deutschland schon sagt, beschäftigt sich der Club mit verkehrspolitischen Themen. 20 Prozent des Treibhausgases CO2 stammen aus dem Verkehrssektor. Da muss doch auch das »Autoland« Deutschland endlich kapieren, dass das so nicht weiter geht. Und da ist es gut, dass es den VCD - die Spezialisten für einen ökologischen Verkehr - gibt.
Man merkt, dass dir das Thema am Herzen liegt. War das schon immer so?
Beschäftigt habe ich mich vorher vor allem mit »Kuscheltier-, Blumen- und Wiesennaturschutz«. Das ist oft der Anfang. Süße Tiere, schöne Landschaften − wer will die nicht schützen. Bei der Mobilität sieht das oft anders aus. Verreisen möchten wir dennoch, und das möglichst bequem. Nicht das ich ein eigenes Auto hatte oder zu faul zum Laufen war, aber wie wichtig die Arbeit des VCD ist, habe ich mehr und mehr erst in meinem Praktikum bemerkt.
Was fehlt dem VCD damit er bekannter wird?
Mobilität ist ein Grundbedürfnis − und es besteht immer noch das Vorurteil, dass ein nachhaltiger Verkehr unflexibel, teuer, ungemütlich, also einfach kompliziert ist. Dabei stimmt das gar nicht. Oft merkt man auch in persönlichen Diskussionen mit Freunden, wie schwer es ist, dieses festgebrannte Bild aus den Köpfen der Menschen heraus zu bekommen. Aber da leistet der VCD ganz gute Arbeit.
Inwiefern?
Sofort fällt mir die VCD Aktion Neue Räder braucht das Land! ein. Im Konjunkturpaket II wurde eine Verschrottungsprämie eingeführt, die die Bürgerinnen und Bürger zum Kauf eines neuen Pkw bewegen soll. Was am Autokauf ökologisch ist, dass konnte uns niemand beantworten. Diese Ungerechtigkeit hat der VCD toll genutzt und eine Fahrradprämie gefordert − die für alle Menschen in Frage kommt und ein umweltfreundliches Verkehrsmittel fördert. Über ein Formular konnte man eine Mail direkt ans das zuständige Bundesamt schicken und sich beschweren. Das ist originell und hatte Erfolg. Über 10.000 Menschen haben mitgemacht. Mannheim hat sogar eine Fahrradprämie eingeführt und andere Städte überlegen dies auch zu tun. Außerdem gab es endlich wieder verstärkt Diskussionen, wie man den Radverkehr in der Stadt sicherer und besser gestalten kann. Rundum eine tolle Sache.
Sebastian, vielen Dank für das Interview.


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