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16.04.2012 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Rad- & Fußverkehr

Radfahrer sind nicht die größeren Rüpel

VCD fordert: Ausbilden und Infrastruktur verbessern statt strafen


Berlin, 16. April 2012. In den vergangenen zwei Jahren waren bundesweit lediglich bei 11 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden Radfahrende die Hauptverursacher. Obwohl der Anteil der Radfahrenden steigt, zeigt der VCD-Städtecheck aus dem Jahr 2011, dass in vielen deutschen Großstädten die Zahl der verunglückten Radfahrer sogar gesunken ist. Von Rüpeln oder Kampfradlern, die den Straßenverkehr zunehmend gefährden, kann also nicht die Rede sein.

„Einseitige Schuldzuweisungen und die Forderung nach höheren Strafen wie sie in diesen Tagen wieder vermehrt propagiert werden, sind nicht zielführend”, betont Doris Neuschäfer, stellvertretende Bundesvorsitzende des VCD. „Auch Ausdrücke wie Kampfradler werden nicht zu einem gleichberechtigten Verkehrsklima führen, stattdessen vertiefen sie gegenseitige Vorurteile und in der Folge sinkt die Bereitschaft zur Rücksichtnahme. Wir müssen vielmehr daran arbeiten, dass Radfahrende, Autofahrende sowie Zufußgehende ausreichend Kenntnis über die Regeln im Straßenverkehr haben und die Infrastruktur dem wachsenden Radverkehr angepasst wird”, so Neuschäfer.

Zwar gibt es einen kleinen Prozentsatz an Radfahrern und Radfahrerinnen, die Regeln mit Vorsatz brechen, aber dieser Anteil ist nicht größer als bei allen anderen Verkehrsteilnehmern. Er liegt laut einer aktuellen Freiburger Studie bei zehn bis dreizehn Prozent.

Fehlverhalten bei Radfahrenden hat vielschichtige Gründe. Ein Großteil der Regelmissachtungen geschieht aufgrund einer Fehleinschätzung der Gefahrenlage. Zum Beispiel das Fahren auf dem Radweg. „Radfahrende fühlen sich im Fließverkehr oft unsicher und nutzen deshalb den Rad- oder Fußweg auch in verkehrter Richtung. Dabei wird übersehen, wie gefährlich dies in Kreuzungssituationen ist.”, so Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim VCD. „Um mit dem Rad sicher unterwegs zu sein, brauchen gerade Kinder und Jugendliche Anleitung, die nicht mit dem Radfahrunterricht in Klasse 3 und 4 in der Schule enden darf.”

Schlechte Wegeführung und mangelnde Infrastruktur sind schließlich der zweite Grund für die Missachtung von Regeln. Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht es daher als notwendig an, dass die Radverkehrsinfrastruktur regelmäßig überprüft und mit zunehmender Anzahl an Fahrradfahrern ausgebaut wird. „Die Vermeidung von Umwegen, eine geregelte Freigabe von Einbahnstraßen sowie die Schaffung von Radstreifen auf der Fahrbahn können die Regelakzeptanz bedeutend erhöhen und damit für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr sorgen.”

Wer die Sicherheit von Radfahrern erhöhen möchte, muss vor allem die Infrastruktur sicherer machen und über Gefahrensituationen aufklären. Strafen allein ändern Verhalten nicht.

Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.org


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