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11.06.2012 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Service-PMs/ökologisch-mobil-Tipps, Luftverkehr, Verkehrslärm

Fairkehr-Titelthema „Fluchverkehr”

Luftfahrtbranche klagt über den eigenen Sinkflug − dabei ist sie eigentlich auf Wachstumskurs. Die Politik darf sich nicht blenden lassen.


Es gibt Turbulenzen am Flieger-Himmel: Die Eröffnung des Berliner Großstadtflughafens wurde um ein knappes Jahr verschoben, das Bundesverwaltungsgericht hat für den Frankfurter Flughafen ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr bestätigt und auch der Bau der dritten Landebahn in München steht auf der Kippe. Ist das Wachstum in der Luftfahrtindustrie gefährdet? Das Mitgliedermagazin fairkehr des ökologischen Verkehrsclub VCD berichtet in seiner neuesten Ausgabe ausführlich über den „Fluchverkehr” in und über Deutschland.

Obwohl die Zahl der Fluggäste im Jahr 2011 um 5,6 Prozent zugenommen hat, klagt die Luftfahrtindustrie. Nachtflugverbot, Luftverkehrsteuer und Emissionshandel würden zu einer  Benachteiligung im internationalen Wettbewerb und zu sinkenden Passagierzahlen führen. Was die Industrie dabei vergisst: Die Abgaben durch die Luftverkehrssteuer belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro, demgegenüber stehen Subventionen für den Luftverkehr in Höhe von 11,5 Milliarden Euro. Von einer Benachteiligung des klimaschädlichsten Transportmittels gegenüber anderen Verkehrsmitteln kann nicht die Rede sein.

Jammern alleine macht keinen guten Eindruck − das hat auch die Luftverkehrsindustrie erkannt. Wie die fairkehr berichtet, will die Branche ihren CO2-Ausstoß bis 2050 im Vergleich zu 2005 halbieren. Leichte Materialen zur Gewichtsminimierung der Flugzeuge und spritsparende Triebwerke sollen zu einer Verringerung des Kerosinverbrauchs und zu weniger Lärm führen. „Die Anstrengungen der Branche sind zwar gut und richtig, verlieren sich aber im Detail”, so VCD-Luftverkehrsexperte Heiko Balsmeyer gegenüber dem Mitgliedermagazin.

Doch auch die Politik ist gefragt. Sie muss die Menschen zu einem Umstieg auf klimaverträgliche Verkehrsmittel bewegen. Gelingen könnte dies zum Beispiel mit der steuerlichen Bevorteilung der Bahncard 100 als Dienst-Bahncard. Laut fairkehr müssen aktuell auf den Anschaffungspreis einer Bahncard 100 noch zusätzlich Steuern und Sozialversicherungen gezahlt werden. Damit wird für viele Geschäftsreisende der Umstieg auf die Bahn unattraktiv. Sie entscheiden sich für den Dienstwagen, denn hier gibt es eine ordentliche steuerliche Belohnung.

Die Leit-Artikel „Fluchverkehr” und „Dienstwagen überrollen Bahncard 100” sowie viele andere Themen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des VCD-Mitgliedermagazins fairkehr 03/2012, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen.
Bei Interesse schicken wir Ihnen gerne ein Rezensionsexemplar kostenfrei  zu. Weitere Informationen finden Sie unter  http://www.fairkehr-magazin.de.

 

Für Rückfragen:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.org


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