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14.05.2012 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Luftverkehr, Verkehrslärm, Verkehrspolitik

Planungsfehler darf nicht zu Lasten der Bevölkerung gehen

Nachtflugverbot am Flughafen Berlin-Tegel darf nicht aufgeweicht werden


Berlin, 14. Mai 2012. Noch während über einen neuen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) diskutiert wird, fordern Air Berlin und Lufthansa das Nachtflugverbot in Berlin Tegel zu lockern. Geht es nach dem Willen der Fluggesellschaften, soll das bestehende Nachtflugverbot von 23 bis 6 Uhr, bereits ab Juni um zwei Stunden auf den Zeitraum von null bis fünf Uhr verkürzt werden. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert das mögliche Aufweichen des Nachtflugverbots scharf und appelliert an die Politik, die Folgen der Flughafenpanne nicht auf dem Rücken der Bürger auszutragen.

„Es ist absolut unzulässig, dass die Anwohner des Flughafen Berlin-Tegel für die Planungsfehler von Politik und Wirtschaft büßen sollen”, so Monika Ganseforth, stellvertretende Vorsitzende des VCD. Die von Air Berlin prognostizierten Kapazitätsengpässe, können anders gelöst werden. Mehr als ein Drittel der Flüge von den Berliner Flughäfen haben Ziele im Inland. Ein Großteil davon könnte auf die Schiene verlagert werden. Dies hätte weitere Vorteile: zum einen ist es lärmentlastend, zum anderen klimaschonend.

Heiko Balsmeyer, Experte für Flugverkehr des VCD: „Die absurde Diskussion um die Aufweichung des Nachtflugverbots in Berlin-Tegel zeigt, dass wir in Deutschland dringend ein bundesweites Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr brauchen.” Nur eine bundesweite Regelung kann die Bevölkerung flächendeckend vor Lärm schützen. Andernfalls wird immer wieder versucht, ähnlich wie in Tegel, das Nachtflugverbot aufzuweichen.

Auch die Bundesregierung ist sich des Handlungsbedarfes bewusst: Am 23. Mai trifft sich Bundesverkehrsminister Ramsauer mit der Initiative Luftverkehr, um über Maßnahmen für einen besseren Lärmschutz zu diskutieren. Jedoch darf die Politik hier nicht nur die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber zur Verantwortung ziehen, sondern muss selber politische Weichen stellen. Dazu gehört ein bundesweites Nachtflugverbot.

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