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01.06.2012 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Verkehrspolitik, Projekt, Auto & Umwelt, Klimaschutz, Rad- & Fußverkehr

VCD fordert Perspektivwechsel bei der Elektromobilität

Podiumsdiskussion auf der Woche der Umwelt beim Bundespräsidenten


 

Berlin, 1. Juni 2012. Individuelle Elektromobilität ist ein entscheidender Baustein für zukunftsfähige Mobilitätskonzepte. Doch während Politik und Automobilindustrie seit Jahren auf den Durchbruch bei Elektroautos setzen, findet auf deutschen Straßen eine andere Entwicklung statt: Immer mehr Menschen steigen um auf das Elektrofahrrad. Der ökologische Verkehrsclub VCD nimmt die Woche der Umwelt bei Bundespräsident Joachim Gauck am 5. und 6. Juni daher zum Anlass, ein Umdenken bei der Förderung der Elektromobilität zu fordern.

Gemeinsam mit Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, und Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments, diskutieren die VCD-Referenten Gerd Lottsiepen und Wasilis von Rauch am Dienstag, den 5. Juni um 16.00 Uhr, über Chancen und Potentiale von E-Räder und Elektroautos.

Fakt ist, die Bilanz der E-Autos fällt bisher nüchtern aus: Nicht einmal 5000 fahren derzeit auf deutschen Straßen, der Großteil davon in Testflotten. „Elektroautos werden zwar von der Politik massiv gefördert, aber sie machen nur dann Sinn, wenn sie energieeffizient und mit grünem Strom unterwegs sind. Die Auswahl an Elektroautos ist bescheiden und sie sind auf absehbare Zeit deutlich teurer”, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Die Autoindustrie muss sich fragen, ob sie nicht zu lange an bewährten Geschäftsmodellen festhält. Lediglich Autos mit Verbrennungsmotor durch Elektroautos zu ersetzen, löst auch nicht die wesentlichen Probleme des Straßenverkehrs, wie Flächenverbrauch und Verkehrssicherheit. Wir müssen gleichzeitig die Alternativen zum Auto stärken.”

Während das Ziel der Bundesregierung, eine Million E-Autos bis 2020 auf die Straße zu bringen, zunehmend unrealistisch erscheint, sind E-Räder bereits an diesem Punkt angelangt: Nach Schätzung des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) waren im März dieses Jahres mehr als 900.000 E-Bikes und Pedelecs in Deutschland unterwegs. „Der Boom bei Elektrofahrrädern zeigt deutlich, dass Elektromobilität nicht nur durch die Windschutzscheibe gesehen werden darf. Wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen will, kommt sie mit der Förderung des Radverkehrs schneller ans Ziel”, so Wasilis von Rauch, Projektleiter des VCD-Projektes »Besser E-Radkaufen«. „50 Prozent aller Pkw-Fahrten sind kürzer als 5km, nochmal 20 Prozent liegen zwischen 5 und 10km. Durch die gezielte Förderung des Fahrrads, ob mit oder ohne Elektroantrieb, können wir nicht nur den Ausstoß schädlicher Klimagase und den Verkehrslärm massiv verringern, sondern gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöhen.”

Erfahren Sie mehr auf der Woche der Umwelt, im Garten des Schloss Bellevue, am Dienstag den 5. Juni von 16.00 bis 17.00 Uhr im Themenzelt »Mobilität«.

Für Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org


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