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05.06.2012 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Rad- & Fußverkehr, Verkehrspolitik, Verkehrssicherheit

Fahrradförderung kann nur mit Ausbau der Infrastruktur einhergehen

Handeln und Worte liegen bei Verkehrsminister Ramsauer weit auseinander


Berlin, 5. Juni 2012. Ende letzter Woche verkündete Verkehrsminister Peter Ramsauer die Notwendigkeit der Etatkürzung für die Radverkehrsinfrastruktur, da die Mittel an anderer Stelle dringender benötigt würden. Diese Woche nun entdeckt Ramsauer, wie gut das Radfahren für Klima und Gesundheit ist und plädiert für Maßnahmen, die den Radverkehrsanteil steigern. Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht in den Aussagen von Peter Ramsauer einen einzigen Widerspruch. „Man kann nicht mit immer weniger Geld mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, vor allem nicht wenn die Infrastruktur an ihre Grenzen gelangt und kaum Geld für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur eingesetzt wird”, kritisiert Doris Neuschäfer, stellvertretende Bundesvorsitzende des VCD.

Obwohl der Verkehrsminister das Potential von Fahrrädern und Elektrorädern erkennt, führt sein Ministerium seit Jahren die Kürzung des Bundeshaushaltes für Radwege fort. Nach Ansicht des VCD müsste der Etat jedoch steigen, wenn der Anteil des Radverkehrs in Städten, wie im neuen Nationalen Radverkehrsplan anvisiert, von elf auf 16 Prozent und im ländlichen Raum von acht auf 13 Prozent tatsächlich steigen  soll. Denn Fakt ist, nur wenn es eine entsprechende Infrastruktur gibt und Radwege sicher sind, steigen die Menschen verstärkt auf das Fahrrad um.

Die Verantwortung für die Erreichung des Ziels gibt das Verkehrsministerium aber lieber an die  Kommunen ab. Sie sollen dafür sorgen, dass das Fahrrad gleichgewichtig mit anderen Verkehrsmitteln berücksichtig wird. „Handeln und Worte liegen bei Verkehrsminister Peter Ramsauer weit auseinander”, so Wasilis von Rauch, Projektleiter des VCD-Projektes »Besser E-Radkaufen«. „Sichtbar wird dies auch bei der Förderung der E-Mobilität. In den Schaufensterregionen spielt der E-Radverkehr kaum eine Rolle, dabei sind die Potentiale von E-Rädern für die nachhaltige Entwicklung urbaner Mobilität unbestritten riesig. Peter Ramsauer selbst spricht von »ganz neuen Chancen der Mobilität«”.

Laut Statistischem Bundesamt betragen 46% aller Wege zur Arbeit nicht mehr als zehn Kilometer. Gerade auf diesen ist das E-Rad eine hervorragende Alternative. Um die Potentiale zu heben bedarf es auch hier des Ausbaus von Abstellanlagen und der Radwegeinfrastruktur.

Das Fahrrad − egal ob mit oder ohne E-Motor − wird immer beliebter. Die Menschen sind bereit, dafür mehr Geld auszugeben und wollen es im Alltag mehr nutzen. Die entsprechende Infrastruktur bereitzuhalten, heißt somit auch Wählerwillen ernst nehmen. Dies muss Minister Ramsauer endlich erkennen.

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Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org


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