Stuttgart 21 nach dem Schlichterspruch: Die Arbeit geht weiter

Stuttgart 21 Aufkleber
Foto: pixelio. de, Jens Zehnder

Am 30. November 2010 endeten mit dem Schlichterspruch von Heiner Geißler die Schlichtungsgespräche um den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Vertreter aus Politik, der DB AG sowie von Umweltverbänden und unabhängigen Experten hatten über Wochen Argumente und Fakten erörtert. Im Ergebnis sprach sich Unparteiische Heiner Geißler dafür aus, das Bahnprojekt mit weitreichenden Nachbesserungen als »Stuttgart 21 plus« weiterzuführen. Unter anderem soll ein Stresstest die versprochene Mehrleistung des neuen Bahnhofs belegen. Aus Sicht des VCD muss es jedoch einen Bau-, Ausschreibungs- und Vergabestopp geben, bis die Testergebnisse vorliegen. In einer Resolution (pdf, 46 KB) vom 13. November 2011 fordert der VCD den effizienten Ausbau der Schieneninfrastruktur ohne Stuttgart 21.

Schluss mit Stuttgart 21

Die anhaltenden Bürgerproteste haben Stuttgart 21 zu einem Thema mit bundesweiter Relevanz werden lassen. Kritiker, allen voran der VCD, halten dieses Projekt für überteuert und verkehrspolitisch nicht sinnvoll. Die VCD-Gliederungen vor Ort arbeiten zusammen mit dem BUND und anderen Verbänden bereits seit über zehn Jahren daran, Stuttgart 21 zu verhindern. Denn der geplante unterirdische Bahnhof bekäme weniger Gleise als der jetzige Bahnhof. Würde also zum Engpass werden. Obendrein wäre der bisher funktionierende Taktfahrplan nicht mehr einzuhalten.

Stuttgart 21 ist eines der teuersten Projekte der Deutschen Bahn AG, der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg. Es umfasst die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs samt seiner Zulaufstrecken unter die Erde. In zwölf Metern Tiefe soll ein neuer Durchgangsbahnhof entstehen und den alten oberirdischen Kopfbahnhof ersetzen. Über 60 Kilometer Tunnel würden unter die Stadt gegraben. Die dann frei gewordenen oberirdischen Flächen, sollen mit einem neuen Stadtviertel bebaut werden. Zusätzlich ist der Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Wendlingen, im Südosten Stuttgarts, nach Ulm geplant, ohne die der neue Bahnhof sinnlos wäre.

Die Umsetzung von Stuttgart 21 hätte lediglich für wenige Reisende des Fernverkehrs Vorteile. Im Nahverkehr bedeutet es für 90 Prozent der NutzerInnen, die in Stuttgart ein-, aus- oder umsteigen müssen, keine Reisezeitvorteile.

VCD-Bundesvorsitzender Michael Ziesak am 8.11.2010 auf der Montagdemo gegen Stuttgart 21

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Die Alternative: Kopfbahnhof 21

Die Umweltverbände haben ein Alternativkonzept ausgearbeitet: Kopfbahnhof 21 (pdf, 1,1 MB). Der bestehende Kopfbahnhof würde modernisiert und mit einer Neuordnung der Gleise würde bei gleichen Voraussetzungen eine größere Leistungsfähigkeit erreicht als beim Durchgangsbahnhof. Sowohl die Deutsche Bahn, das Eisenbahnbundesamt als auch das Verkehrswissenschaftliche Institut der Universität Stuttgart haben bestätigt, dass Kopfbahnhof 21 in der Lage ist, den Verkehr der Zukunft zu bewältigen. Auch bei dieser Alternative stehen bisherige Bahnflächen dem Städtebau zur Verfügung. Die Kosten für die Modernisierung des Kopfbahnhofs liegen deutlich unter den Baukosten von Stuttgart 21. Die Broschüre finden Sie in der rechten Spalte zum Download.

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Mehr zum Thema

  • Detaillierte Informationen zu Stuttgart 21 bietet der VCD-Landesverband Baden-Württemberg auf seinen Internetseiten.
  • Der VCD gehört dem Aktionsbündnis »Kopfbahnhof 21« an.

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