Stuttgart 21 - DB-Aufsichtsrat stimmt für den Weiterbau

Stuttgart 21 Aufkleber
Foto: © Jens Zehnder/ PIXELIO

Nach Berechnungen der Deutschen Bahn wird die Verlegung des Stuttgarter Bahnhofs unter die Erde statt 4,5 Milliarden Euro voraussichtlich mehr als sechs Milliarden Euro kosten. Das wurde im Dezember 2012 bekannt.

Aus Sicht des VCD hat die Kostensteigerung hauptsächlich folgende Gründe:

•    jahrelange systematische Kleinrechnung der Projektkosten
•    fehlende Baureife der Planungen
•    schlechtes Projektmanagement
•    Bauverzögerungen durch mangelhafte Planungen und schlechtes Projektmanagement

Die Projektpartner, die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg, lehnen die Beteiligung an den Mehrkosten ab. Die DB muss in Folge alleine dafür aufkommen. Der VCD geht davon aus, dass dieses Geld an anderer Stelle fehlen wird. Beispielsweise für den Ausbau der Rheintalbahn. In mehreren Briefen an den DB-Aufsichtsrat hat der VCD darauf aufmerksam gemacht und gefordert, das Projekt S21 endlich zu beenden.

Dazu sagt die Projektträgerin DB, dass der Ausstieg aus dem Projekt S21 schon rechtlich nicht möglich sei. Auch die Bundesregierung hält an dem Projekt fest. Ein Abrücken ist wegen des befürchteten Imageschadens gerade in einem Wahljahr undenkbar. Deswegen kam die Entscheidung des DB-Aufsichtsrats am 5. März 2013, am Bau von S21 festzuhalten, auch nicht wirklich überraschend.

Der VCD kritisiert, dass die Aufsichtsratsvertreter vorschnell zugestimmt haben. Außerdem ließen sie sich von machtpolitischen Interessen leiten, ohne wirklich alle Kosten und Risiken für den Bau oder für die Alternative „Ausstieg” vorher zu prüfen.

Der VCD fordert, dass Planung und Finanzierung von Großprojekten von Anfang an transparent sein müssen. Alle Fakten müssen berücksichtigt und Bürger und Bürgerinnen mit einbezogen werden.

Schluss mit Stuttgart 21

Die anhaltenden Bürgerproteste haben Stuttgart 21 zu einem Thema mit bundesweiter Relevanz werden lassen. Kritiker, allen voran der VCD, halten dieses Projekt für überteuert und verkehrspolitisch nicht sinnvoll. Die VCD-Gliederungen vor Ort arbeiten zusammen mit dem BUND und anderen Verbänden bereits seit über zehn Jahren daran, Stuttgart 21 zu verhindern. Denn der geplante unterirdische Bahnhof bekäme weniger Gleise als der jetzige Bahnhof. Würde also zum Engpass werden. Obendrein wäre der bisher funktionierende Taktfahrplan nicht mehr einzuhalten.

Stuttgart 21 ist eines der teuersten Projekte der Deutschen Bahn AG, der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg. Es umfasst die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs samt seiner Zulaufstrecken unter die Erde. In zwölf Metern Tiefe soll ein neuer Durchgangsbahnhof entstehen und den alten oberirdischen Kopfbahnhof ersetzen. Über 60 Kilometer Tunnel würden unter die Stadt gegraben. Die dann frei gewordenen oberirdischen Flächen, sollen mit einem neuen Stadtviertel bebaut werden. Zusätzlich ist der Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Wendlingen, im Südosten Stuttgarts, nach Ulm geplant, ohne die der neue Bahnhof sinnlos wäre.

Die Umsetzung von Stuttgart 21 hätte lediglich für wenige Reisende des Fernverkehrs Vorteile. Im Nahverkehr bedeutet es für 90 Prozent der NutzerInnen, die in Stuttgart ein-, aus- oder umsteigen müssen, keine Reisezeitvorteile.

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Die Alternative: Kopfbahnhof 21

Die Umweltverbände haben ein Alternativkonzept ausgearbeitet: Kopfbahnhof 21 (pdf, 1,1 MB). Der bestehende Kopfbahnhof würde modernisiert und mit einer Neuordnung der Gleise würde bei gleichen Voraussetzungen eine größere Leistungsfähigkeit erreicht als beim Durchgangsbahnhof. Sowohl die Deutsche Bahn, das Eisenbahnbundesamt als auch das Verkehrswissenschaftliche Institut der Universität Stuttgart haben bestätigt, dass Kopfbahnhof 21 in der Lage ist, den Verkehr der Zukunft zu bewältigen. Auch bei dieser Alternative stehen bisherige Bahnflächen dem Städtebau zur Verfügung. Die Kosten für die Modernisierung des Kopfbahnhofs liegen deutlich unter den Baukosten von Stuttgart 21. Die Broschüre finden Sie in der rechten Spalte zum Download.

Der VCD-Bundesvorsitzende Michael Ziesak am 8.11.2010 auf der Montagdemo gegen Stuttgart 21

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