Bonner Hafen in Grau-Rheindorf
Dem Bonner Hafen in Grau-Rheindorf fehlt im Gegensatz zu seinen Konkurrenten im Norden und im Süden der Schienenanschluss. Das führt zwangsläufig zu einem hohen Lkw-Aufkommen auf den Zufahrtsstraßen zum Hafen, der wiederum ständig expandiert. Denn das Containeraufkommen auf dem Rhein nimmt angesichts der Globalierung immer mehr zu.
Der Standort des Bonner Hafens ist sicher nicht optimal. Deshalb wünschte sich der VCD ursprünglich einen Umzug des Hafens auf das rechtsrheinische Gelände der ehemaligen Zementfabrik in Ramersdorf. Dort wäre ein Logistikzentrum unter Einbeziehung aller drei Verkehrsträger (Bahn, Straße, Schiff) möglich gewesen. Aber der Strukturwandel in der Region machte diesen Plänen den Garaus. In Ramersdorf firmieren heute moderne Dienstleistungsunternehmen (siehe auch bonnvisio), während der Hafen in Grau-Rheindorf nur suboptimal funktioniert.
Der VCD schlägt daher einen Schienenanschluss des Hafens in Grau-Rheindorf vor. Der Bau und der Betrieb des Schienenanschlusses ließen sich über das Gleisanschlussförderprogramm des Bundes bezuschussen. Das Gleis könnte teilweise die Trasse der Straßenbahnlinie 61 mitnutzen und in Buschdorf an ein Gütergleis der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) anschließen.
Der VCD-Vorschlag liegt Politik und Verwaltung vor. Die Bonner SPD hat ihn auf ihrer verkehrspolitischen Agenda.
Pressemitteilung vom 21. April 2004
VCD: Hafen in Grau-Rheindorf braucht die Schiene zum Überleben
Pressemitteilung des VCD-Kreisverbands Bonn/Rhein-Sieg/Ahr
Der Bonner Hafen hat den strukturellen Nachteil des fehlenden Gleisanschlusses. Das Hafenkonzept des Landes NRW sieht in der fehlenden Anbindung an das Schienennetz einen erheblichen Standortnachteil. Alle anderen Rheinhäfen, egal ob Wesseling, Godorf, Köln-Niehl, Köln-Deutz, Neuss, Duisburg, Emmerich, Brohl, Andernach und Koblenz haben einen Schienenanschluss. Private Gleisanschlüsse haben die Häfen in Niederkassel-Lülsdorf (Degussa) und Bendorf (Tanklager). Bis 1974 hatte der Bonner Hafen eine Schienenanbindung. Sie schloss in Buschdorf an die heutige Stadtbahn an, wurde dann aber stillgelegt und abgerissen.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte vor rund 10 Jahren als Alternative zum Standort des Hafens in Rheindorf das verkehrstechnisch optimale Gelände der Zementfabrik in Oberkassel vorgeschlagen. „Dort hätten alle drei Verkehrsträger (Schiene, Straße, Binnenschiff) miteinander verknüpft werden können. Doch dieser Vorschlag hatte durch den Strukturwandel letztendlich keine Chance“, bedauert VCD-Kreisvorsitzender Rainer Bohnet.
Um dem Rheindorfer Hafen eine Zukunftsperspektive zu geben, bleibt für den VCD nur die Überlegung, ihn wieder an die Schiene anzubinden. Dies könnte über „Werftstraße“ und „An der Josefshöhe“ erfolgen. Auf einem Teilstück zwischen „Herseler Straße“ und „Pariser Straße“ könnte die Trasse der Straßenbahnlinie 61 mitgenutzt werden. In Höhe der „Friedrich-Wöhler-Straße“ würde das Gleis an die Schieneninfrastruktur der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) angebunden. Dort sitzt z.B. die Fa. corus, die im Schienengüterverkehr bedient wird. Das Gütergleis zwischen Buschdorf und Bornheim-Hersel würde durch die Neuanbindung des Hafens erheblich aufgewertet. Über diese Schienenverbindung wären dann z.B. die Häfen Rheindorf, Godorf, Wesseling und Köln-Niehl miteinander verbunden. Bohnet: „Damit würde dem Gedanken der besseren Vernetzung der Häfen entlang des Rheins Rechnung getragen.“
Zur Finanzierung dieses für die Zukunft des Bonner Hafens wichtigen Projekts bietet sich das von der Bundesregierung geplante Gleisanschlussförderprogramm an. Nach österreichischem Vorbild beabsichtigt Rot-Grün die gezielte Förderung von Gleisanschlüssen. Es geht hierbei um deren Neubau, Ausbau und Erhalt. Und für die Menschen an der Josefshöhe würde eine nachhaltige Reduzierung des Lkw-Verkehrs spürbare Verbesserungen bringen.

