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Fahrraddemo auf der A17




30 min war die A17 lärmfrei

VCD erklärt Autobahn über Dresden-Lockwitz zum Menschenschutzgebiet


Das gab es in Sachsen noch nie: Demonstrieren auf einer Autobahn, die bereits in Betrieb ist. 220 Teilnehmer bekundeten Ihre Solidarität mit den A17-Anwohnern.

Christian Kriegel von der Bürgerinitiative (BI) Dresden-Lockwitz war einer der Organisatoren der Demo für besseren Lärmschutz und betonte auf der über die Autobahn radelnden Pressekonferenz: "Unsere BI ist seit Jahren aktiv, hat zahlreiche Schreiben an Politiker und Behörden geschrieben und einige der Angeschriebenen waren auch vor Ort." Nachbesserungen am Lärmschutz habe es aber in den Jahren, seitdem die Autobahn in Betrieb gegangen ist, nicht gegeben. Er begrüße daher den aktuellen Vorstoß im Stadtrat. Seine Bürgerinitiative appelliert an OB Orosz das Thema Lärmschutz jetzt zur Chefsache zu machen. Kriegel betonte: "Die Einwohner von Lockwitz möchten nichts weiter als endlich mal wieder ruhig zu schlafen. Mit der Fahrraddemo geht es uns vor allem darum Druck auf die Politik zu machen, wir wollen niemanden behindern. Sollten Autofahrer wegen uns im Stau gestanden haben, bitten wir um Verständnis."

Bis die Lärmschutzwände nachgebessert sind, fordert die BI kurzfristig ein Tempolimit in Anwohnernähe.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale gehörte auch zu den Veranstaltern. Aktive der VCD-Ortsgruppe erklärten die Autobahn an deren Auffahrt mit einem großen Transparent zum Menschenschutzgebiet. Karsten Imbrock, Landesvorsitzender des VCD Elbe-Saale, wies darauf hin, dass die Lockwitzer stellvertretend für viele andere Menschen stehen, die unter dem krankmachendem Autobahnlärm leiden: "Der VCD begrüßt daher die aktuellen Forderungen der Länderverkehrsminister an den Bund, dass die Lärmschutzstandards verschärft werden müssten." Weiterhin fordert er wirksame Maßnahmen zur Entlastung der Autobahn: "Der beste Schutz vor Lärm ist dessen Vermeidung. Es muss doch auch die Frage gestellt werden, warum über die A17 so viele LKWs unterwegs sind." Das Land Sachsen habe es versäumt hier eine attraktive Alternative auf der Schiene zu schaffen.

Der VCD tritt für eine Verlagerung der Transporte auf die Bahn ein, inzwischen gebe sehr moderne und sehr geräuscharme Güterbahnsysteme. Karsten Imbrock stellte noch weitere Forderungen an die Politik: "Wir brauchen keine Konjukturpaket-Milliarden für den Ausbau des Straßennetzes. Das, was wir brauchen ist ein groß angelegtes Verkehrsvermeidungskonzept, ein Konzept das auf die Stärkung der regionalen Wirtschaft setzt und auf eine Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Nah- und Fernverkehrs." Neue Straßen würden hingegen vor allem Lärm, Dreck und neuen Straßenverkehr zur Folge haben.

Dresden, am 25. April 2009

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