Stellungsnahme zum Luftreinhalteplan
Schreiben an das Regierungspräsidium Dresden
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wir begrüssen, dass endlich ein Maßnahmeplan zur Senkung der Schadstoffausstösse für PM 10 und Nox/2 erarbeitet wurde. Viele Lösungsansätze gehen in die richtige Richtung. Neugebaute Strassen lösen das Problem unserer Meinung nur wenig, da dadurch die Fahrleistungen erhöht werden und es besteht ein Anreiz durch weniger Stau und flüssigeren Verkehr öfter das Auto zu benutzen. Gleiches wird durch Verflüssigung des MIV erreicht. Durch die angenommene Zunahme des Verkehrs in den nächsten Jahren werden der Schadstoffausstösse kaum minimiert. (Verkehrsprognose 2015)
Eine Lösung sehen wir, indem alle Halter von Dieselfahrzeugen schnellstmöglich
ihre Fahrzeuge mit wirksamen Katalysatoren ausrüsten und die Fahrleistungen
reduzieren.
Es ist nicht hinnehmbar, dass es im Jahr 2010 immer noch Strassen gibt, an welchen die Kozentration von PM 10 und Nox/2 überschritten werden.
Das Verkehrskonzept der Stadt Dresden von 1994 hat gute Ansätze für eine Schadstoffreduzierung in der Stadt leider wurden Sie bisher nur in nicht ausreichenden Umfang umgesetzt. In der Stadt fehlen echte Vorrangschaltungen für Busse und Strassenbahnen. Der ÖPNV muss an Ampeln absoluten Vorrang haben. Eine Beschleunigung auf die angestrebten Werte wird nicht ausreichen, da der MIV heute schon eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h hat. Wir fordern, dass in allen Wohngebieten abseits aller Hauptstrassen Tempo 30 Zonen eingerichtet werden. Dies würde den Schadstoffausstoss merklich reduzieren. Leider wird der Radverkehr in Dresden nur nach Kassenlage im Haushalt gefördert. Durch teiweise umständliche Radverkehrsführung und bisher grundsätzliche Ausführung der Radverkehrsanlagen als Radwege und Ampelschaltungen, welche die Radfahrer mehr Behindern als Fördern sind keine guten Rahmenbedingungen.
Die Stadt Dresden muss auch auf den Freistaat Sachsen einwirken, dass die Ferneintäge von Schadstoffen verringert werden. Wir sehen da Möglichkeiten in der verstärkten Förderung erneuerbaren Energie und der Verlagerung von Transporten auf die Schiene.
Der Verkehrszug Waldschlösschen trägt auch nicht dazu bei, um die Umweltzone in der Neustadt vom MIV zu entlasten. Im Gegenteil, er wirkt verkehrserzeugend insbesondere auf den Durchgangsverkehr. Bei der Umweltzone in der Neustadt wurden die Schastoffeinträge aus den umgrenzenden Hauptverkehrsstassen nicht mit berücksichtigt.
Die Stadtökologie ist schon immer bedeutsam. Nur leider wurde sie bisher
von den verantwortlichen Politikern hintenan gestellt. Wir müssen heute die Fehler in der Stadtentwicklung der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts korrigieren.
Mit freundl. Grüssen
VCD-OG Dresden Karsten Imbrock.

