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VCD-Vorschlag: Schiffslinienverkehr auf dem Rhein zur Verbesserung der ÖPNV-Erschließung

Aus der Pressemitteilung vom 11. August 2004

Investitionen in neue Infrastruktur für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat es in Düsseldorf in den vergangenen Jahren praktisch nicht mehr gegeben, nachdem im Jahr 2002 zwei seit sehr langer Zeit geplante Netzergänzungen in Betrieb genommen wurden: Die Verlängerung der U-Bahn vom Hauptbahnhof bis zur Philipshalle sowie die Straßenbahntrasse zum Gerresheimer Krankenhaus (Linien 709 und 713).

Diskutiert wurde dafür um so mehr - über sinnvolle Projekte wie beispielsweise die Anbindung des Medienhafens an das Straßenbahnnetz, und über extrem teure U-Bahn-Neubauten, deren Realisierung eher nachteilige Folgen für das ÖPNV-System haben würde (Wehrhahnlinie, Messeschleife mit Tunnel unter dem Nordpark). Bei all dem Geld, das für diese Planungen bereits aufgewendet wurde, könnte es doch sein, dass keines dieser Vorhaben in absehbarer Zeit verwirklicht wird.

In dieser Situation macht der VCD-Düsseldorf einen Vorschlag, der geeignet ist, einige der gravierendsten Verbindungsdefizite im Düsseldorfer ÖPNV-System auszugleichen, ohne dass riesige Investitionen in Infrastruktur erfolgen müssten: Ein regelmäßiger Schiffslinienverkehr zwischen dem S-Bahnhof Düsseldorf-Hamm und der Messe mit Zwischenhalten im Medienhafen, an der Altstadt und der Tonhalle. Die zur Zeit schlechte Erreichbarkeit der Stadthalle, weiter Teile der Altstadt, des Medienhafens wie auch der Rheinterrasse mit öffentlichen Verkehrsmitteln ließe sich damit deutlich verbessern.

In den vergangenen Jahren sind ähnliche Projekte zur Nutzung des Rheins für den öffentlichen Verkehr bereits diskutiert und untersucht worden. Im Unterschied zu diesen beinhaltet die vom VCD vorgestellte Planung jedoch eine wesentlich bessere Verknüpfung mit dem existierenden ÖPNV-Netz und attraktive Umstiegsmöglichkeiten am S-Bahnhof Hamm und der Tonhalle.

Eckpunkte

Linienverlauf und Anlegestellen

Linienverlauf Hamm S/Hafenbecken C - Medienhafen - Altstadt - Tonhalle/Oberkasseler Brücke - Rheinterrasse - Theodor-Heuss-Brücke - Stadthalle/Messe-Süd - Messe-Nord/Arena

Um gute Umsteigemöglichkeiten am Hafenbecken C zu schaffen, wäre es notwendig, einen dort heute existierenden Betriebshof für Baustellenabsicherungen zu verlagern. Außerdem sollte vom Bahnsteig der U-Bahn-Haltestelle Tonhalle ein zweiter Abgang direkt in Richtung Rhein geschaffen werden.

Die größte Auslastung ist zwischen dem S-Bahnhof Hamm und der Tonhalle zu erwarten. Die aufgeführten Anlegestellen Rheinterrasse und Theodor-Heuss-Brücke würden wegen geringerer Fahrgastnachfrage wahrscheinlich nicht bei jeder Fahrt bedient.

Schiffe

Etwa wie neue Schiffe des "Wassertaxi Hamburg": 114 Personen, Höchstgeschwindigkeit ca. 25 km/h, mittlere Fahrgeschwindigkeit ca. 20 km/h. Auf die Verwendung dieses Schiffstyps beziehen sich die folgenden Angaben zu Fahrzeiten und Kosten. Es sollte jedoch geprüft werden, ob die Nutzung schnellerer Schiffstypen unter Kosten/Nutzen-Gesichtspunkten sinnvoll wäre.

Fahrzeiten

Gesamtstrecke Hamm - Messe ca. 45 Minuten
Teilstrecken:
Hamm - Medienhafen knapp 10 Minuten,
Medienhafen - Altstadt ebenfalls 10 Minuten,
Medienhafen - Tonhalle ca. 15 Minuten
Tonhalle - Messe 15-20 Minuten

Tarif

VRR-Tarif

Kosten

Bei 10-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit und 20-Minuten-Takt in der Nebenverkehrszeit:
Kapitalkosten für Schiffe etwa 0,5 Mio. Euro pro Jahr
Betriebskosten etwa 3,0 Mio. Euro pro Jahr

Dies sind die regelmäßig anfallenden Kosten ohne gegengerechnete Einnahmen. Die Kosten für Bau- und Umbaumaßnahmen an den Haltepunkten Hamm und Tonhalle sind dabei noch nicht berücksichtigt.
 

Beispiele für Schiffsverbindungen im ÖPNV anderer Städte sind in unserem Mobilitätsportal im Internet unter www.mobil-in-D.net/doc459A.html aufgeführt.

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