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Keine guten Tage für die Umwelt

Bilanz zur Düsseldorfer Verkehrspolitik anlässlich der
Europäischen Woche der Mobilität 2007


Über 1.300 Städte aus ganz Europa haben an der Europäischen Woche der Mobilität vom 16.-22. September 2007 mitgemacht, Düsseldorf war nicht dabei.

Thema dieser jährlich wiederkehrenden Woche ist die umwelt- und menschenverträgliche Mobilität (2007 unter dem Motto: "Straßen für Menschen"), und das ist offensichtlich für Düsseldorf kein Thema. Als Beweis hier eine schwarze Liste mit 11 Umweltsünden der Düsseldorfer Verkehrspolitik:

  1. Werbung für Raserei und Spritvergeudung wird großgeschrieben - bei

    der vom Düsseldorfer OB so geschätzten Präsentation der Deutschen

    Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mitten in der Stadt.

    Öffentlichkeitsarbeit und Informationen für sparsame Autos,

    energiesparende Fahrweise oder CarSharing haben wir dagegen von der

    Stadt bisher nicht gesehen.

  2. Temporeduzierung auf Hauptstraßen ist für den Verkehrsdezernenten

    schlicht "kein Thema", also gar nicht diskussionswürdig - auch wenn es

    eine einfache Maßnahme für mehr Sicherheit und Umweltschutz wäre, wie

    z.B. auf der Luegallee.

  3. Dass die gesetzlichen Grenzwerte für die Feinstaub- und

    Stickoxid-Belastung auf einer Reihe von Straßen immer wieder

    überschritten werden, wird weitgehend ignoriert, wirksame Gegenmaßnahmen

    werden nicht ergriffen, Beispiel: Ludenberger Str..

  4. Das Fahrrad zieht gegenüber dem Auto immer den Kürzeren:

    selbst auf dreispurigen Straßen (Berliner Allee) ist angeblich kein

    Platz für eine Radspur,

    Radwege enden immer dort, wo Parkplätze verloren gehen würden, auch wenn

    es dort gefährlich wird,

    bequem erreichbare Fahrradabstellplätze im Straßenraum soll es in

    dichtbebauten Wohnquartieren nicht geben. "Das ist alleinige Pflicht der

    Hauseigentümer", sagt die Stadt dazu, bei Auto-Parkplätzen denkt sie

    völlig anders.

  5. Preiserhöhungen für die Nahverkehrskunden - immer!

    (Seit 2000 sind die VRR-Preise um 32% gestiegen.)

    Erhöhung der Parkgebühren - nie! (Die letzte Änderung 2000 war eine

    Senkung (!) um ca. 25%.)

  6. Unbehinderte Bahnen will die Stadt nicht! - Im Gegenteil, die Bahn

    wartet lange an roten Ampeln, Vorrang im Straßenverkehr ist tabu,

    Niederflurbahnsteige werden nur zögernd gebaut. Und das, obwohl jede

    eingesparte Fahrminute und jeder gewonnene Fahrgast bares Geld für die

    Stadtkasse bringt.

  7. Die Bahn kommt immer zu spät - in Neubaugebiete:

    ISS Dome, Hafen, Direktanbindung Uni - City, Airport City, die Bahn

    kommt regelmäßig Jahre zu spät, wenn Gebäude und Parkhäuser schon lange

    in Betrieb sind.

  8. Fahrplanverbesserungen - nur als Nullsummenspiel.

    Obwohl die Fahrpreise ständig steigen und der städtische Finanzbeitrag

    zur Rheinbahn von Jahr zu Jahr mehr als erwartet sinkt, gibt es

    Angebots-Erweiterungen z.B. im Nachtverkehr oder im Abendverkehr zu

    Geschäftsschluss nur, wenn anderswo Leistungen gestrichen werden.

  9. In den städtischen Medien wird der Nahverkehr meist vergessen: ob

    Info-Stelen in der Stadt, an Besucher verteilte Stadtpläne oder

    städtische Touristik-Broschüren, wenn überhaupt ist in den Karten nur

    die U-Bahn zu finden, aber nie die Straßenbahn, alle Parkhäuser sind

    aber häufig akribisch eingezeichnet.

  10. Folgekosten - interessieren nicht! Erstaunlich: über die

    Betriebskosten von großen Tunnelprojekten, die wirtschaftliche

    Auswirkung des prognostizierten Fahrgastrückgangs, die Finanzierung der

    künftigen Sanierung älterer U-Bahntunnel u.ä. wird in der Politik nie

    geredet. Werden das die Nahverkehrskunden oder alle Bürger bezahlen

    müssen?

  11. 15% mehr Autoverkehr - wie toll! Der neue Verkehrsentwicklungsplan

    (VEP) Düsseldorf sagt diesen Mehrverkehr gegenüber dem Basisjahr voraus,

    angesichts der beschriebenen Politik ist das auch nicht unplausibel.

    Die politische Mehrheit in der Stadt hält aber Gegenmaßnahmen nicht für

    nötig. Klimaschutz und Umweltverträglichkeit des Verkehrs,

    Energieknappheit und Risiken steigender Benzinpreise, wachsende Stau-

    und Parkplatzprobleme, das ist egal.

Der VCD meint, dass ein Gegensteuern nötig ist, und wir hoffen, die Bürgerinnen und Bürger sind verantwortungsgbewusster als die Politik und unterstützen das in zunehmendem Maße. Hier sind 6 "Knackpunkte":

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