Runter vom Gas! (2008)
Kritische Hintergrundinformationen zur Präsentation der Rennwagen der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) am 6. April 2008 in Düsseldorf
"Runter vom Gas!" ist der Titel der aktuellen Kampagne des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, die vom Bundesverkehrsministerium unterstützt wird www.Runter-vom-Gas.de. Die Kampagne will darauf aufmerksam machen, dass zu schnelles Fahren weiterhin eine der Hauptursachen ist für Verkehrsunfälle mit Todesfolge. 2006 wurden rund 31 Prozent aller selbstverschuldeten Un
fälle mit Todesfolge durch unangepasste Geschwindigkeit verursacht. Auch wenn die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr hierzulande etwas zurückgegangen ist, liegt sie immer noch bei rund 5000 pro Jahr. Mehr als 431.000 Menschen wurden 2007 bei Verkehrsunfällen verletzt - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr.
Mit der Präsentation der DTM-Rennwagen auf der Königsallee machen die Verantwortlichen in Düsseldorf deutlich, dass sie andere Prioritäten setzen als der Verkehrssicherheitsrat: Es wird verherrlicht, wie man ans Limit geht, wie schnell Autos durch Stadtstraßen rasen können, ohne aus der Kurve zu fliegen. Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer kann dabei natürlich keine Rolle spielen.
Aber nicht nur in Sachen Verkehrssicherheit demonstriert die Veranstaltung Rücksichtslosigkeit. Der Straßenverkehr trägt in erheblichem Maße zum Kohlendioxidausstoß in Deutschland bei und damit zur Klimaerwärmung. Die Luft in Düsseldorf ist in gesundheitsgefährdendem Ausmaß durch Luftschadstoffe belastet (insbesondere Feinstaub und Stickoxide).
Diese beiden Probleme könnten zwar nicht wesentlich durch geringere Geschwindigkeiten beeinflusst werden - wohl aber durch andere Prioritäten bei der Konstruktion von Autos: Statt schwere, PS-strotzende Tourenwagen zu bauen, die auch bei der DTM mithalten können, müssten die Autohersteller sparsame, energieeffiziente Fahrzeuge bauen. Die Kundinnen und Kunden müssten natürlich beim Autokauf ebenfalls solche Kriterien in den Blickpunkt rücken. Und auf die eine oder andere Autofahrt kann man vielleicht sogar ganz verzichten, ohne dass damit ein Verlust an Lebensqualität verbunden wäre.
Um es also noch einmal ganz deutlich zu sagen: Die durch die DTM-Präsentation direkt verursachten Umweltschäden sind wahrscheinlich nicht größer als die von anderen Großveranstaltungen wie etwa dem Langlauf-Weltcup in Düsseldorf. Die Signalwirkung ist aber fatal!
Der VCD will deshalb andere Signale setzen:
Runter vom Gas!
- für Klimaschutz
- für Verkehrssicherheit
- für Luftreinhaltung
- für Energiesparen
Bild oben: Protest gegen die DTM-Präsentation am 6. April 2008. Im Vordergrund ein sparsames Elektromobil, das CityEl. Foto: Iko Tönjes

