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Industriepark Höchst - Zugang für Radfahrer wiederherstellen

Frankfurt/M., 9. November 2007. Der Kreisverband Frankfurt / Main-Taunus des Verkehrsclub Deutschland (VCD) äußert sein „Unverständnis für die jüngst von externer Link in neuem Fenster folgtInfraserv erteilte Anordnung zur Schließung des Tor Süd im Industriepark Höchst für Radfahrer“. Der Verkehrsclub, der sich seit über 20 Jahren für die Umsetzung umweltverträglicher Verkehrskonzepte einsetzt, schließt sich hiermit den Protesten der Mitarbeiter-Vertreter aus verschiedenen im Industriepark angesiedelten Unternehmen ausdrücklich an.

Es sei, so Holger Greiner, Pressesprecher des VCD, „ein unhaltbarer Zustand“, dass die Radfahrer – vorwiegend aus Westrichtung mit dem Fahrrad anfahrende Mitarbeiter des Industrieparks – tagsüber am Tor Süd nicht mehr durchgelassen würden. Der VCD stimme der Kritik der verschiedenen Betriebsräte zu, dass die von den Infraserv-Verantwortlichen als alternative Zufahrt genannte Strecke über das Tor K801, das über den Radweg R3 angefahren soll, aus Sicherheitserwägungen nicht als Ausweichroute in Frage käme. Die längere, unbeleuchtete und nur unzureichend ausgebaute Streckenführung mit ihren starken Steigungen und Gefällstrecken mache eine Nutzung gerade bei Dunkelheit und in den Wintermonaten nahezu unmöglich. Auch die vorhandene vierspurig ausgebaute direkte Autostraße zum Tor K801 mache nicht gerade „Lust auf Radfahren“. Ein Unfall mit Radfahrern werde aufgrund der hier gefahrenen höheren Geschwindigkeiten sehr wahrscheinlich.

Eine Entzerrung der mit den Großprojekten Logistikzentrum und Ersatzbrennstoffanlage verbundenen Verkehrsströme und dem damit einhergehenden Schwerlastverkehr könne auch am Tor Süd vorgenommen werden. Die Räder könnten bei einer Überquerung des Fußgängerüberwegs im Eingangsbereich des Tors Süd bis hin zum kombinierten Rad- und Fußweg geschoben werden. Auch eine Umleitung über den nahe gelegenen Parkplatz sei sicherlich möglich. Infraserv beziehe außerdem keine Stellung dazu, warum das nahe gelegene Personen- und Fahrradtor H595, das vor einigen Jahren geschlossen wurde, in diesem Zusammenhang nicht reaktiviert werden könne.

Dies belege, so der VCD, dass Infraserv derzeit nicht dazu bereit sei, am Tor Süd eine wirklich angemessene Lösung zu schaffen. Von einer „Verbesserung der Sicherheitslage“ für die betroffenen Radfahrer könne nicht die Rede sein, „da die Gefährdungssituationen einfach vor die Werkstore verlagert werden.“ Die derzeit, jahreszeitlich bedingte, geringe Zahl der Radfahrer – tatsächlich seien viel mehr betroffen – werde vom Standortbetreiber als Argument genutzt, keine angemessenen Bemühungen zur Verbesserung der Situation vor Ort einzuleiten. Hier sei bei den Firmen-Verantwortlichen „ein grundlegender Bewusstseinswandel zugunsten umweltverträglicher und nachhaltiger Verkehrsarten“ erforderlich.

Der VCD Kreisverband fordert auch das Verkehrsdezernat der Stadt Frankfurt auf, in diesem Fall seinen Einfluss bei Infraserv geltend zu machen, um schnellstmöglich eine für die Radfahrer geeignete Lösung zu finden. Solche willkürlichen Blockaden für den klimafreundlichen Radverkehr passten nicht zu einer Stadt, die künftig „bundesweit zu einer 'Modellstadt' für den Radverkehr“ werden will und in der schon in knapp 4 Jahren „15 Prozent aller in der Stadt zurückgelegten Wege – auch zur Arbeit – mit dem Rad zurückgelegt werden“ sollen. 


Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus

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