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VCD fordert Wechselblinker an allen Übergängen

Frankfurt/M., 29. November 2007. Als unzulässiges Summenspiel bezeichnet auch der Verkehrsclub Deutschland VCD die Aufrechnung von Menschenleben gegen die Kosten einer Untertunnelung der Eschersheimer Landstraße zwischen Dornbusch und Weißem Stein. Der VCD hält die Tunnellösung aufgrund der hohen Bau- und Betriebskosten zwar nicht für sinnvoll. Viele tragische Unfälle auf der Stadtbahn-Strecke seien aber durch geeignete technische Lösungen, wie stärkere Warnsignale, möglicherweise vermeidbar.

Nach Einschätzung des VCD seien noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die Sicherheit auf der oberirdisch verlaufenden Strecke zu verbessern. "Wir können der kürzlich von Bernd Conrads, dem Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), geäußerten Meinung nicht zustimmen, dass es keine Möglichkeit gäbe, die Sicherheit zu erhöhen", sagt Undine Büch vom VCD Frankfurt / Main-Taunus. "Zum Beispiel durch rote Wechselblinker ist unserer Meinung nach durchaus noch eine Optimierung der Sicherheit für Fußgänger, die die Schienen überqueren müssen, zu erreichen." Dies wäre eine viel effektivere Möglichkeit, Fußgänger und Autofahrer vor herannahenden Zügen zu warnen. Schon ein doppeltes Fußgänger-Rotlicht, wie an der Konstablerwache, erhöhe die Aufmerksamkeit. Eine zusätzliche Markierung der Schienen-Übergänge mit gelber Warnfarbe bzw. farbiger Straßenbelag wären eine weitere Möglichkeit, Fußgänger und Autofahrer auf die erhöhte Unfallgefahr hinzuweisen.

Denn auch die Unfälle, die verkehrswidrig abbiegende Autos an Kreuzungen auf der Eschersheimer Landstraße immer wieder verursachten, hätten nicht nur Blechschäden und Betriebsstörungen zur Folge, sondern oft auch schwerverletzte Autoinsassen, Fahrgäste und U-Bahnfahrer unter Schock. Wenn aber ein blinkendes, auch für den Straßenverkehr sichtbares Rotlicht den teilweise ortsunkundigen Fahrern die Gefahr durch einen herannahenden Zug an der Kreuzung verdeutlichen würde, könnten viele dieser Unfälle vermieden werden.

Ab der Station Heddernheim, wo sich die A-Strecke gabelt und nur noch von einer oder zwei Linien genutzt wird, seien auch Halbschranken an Fußgängerübergängen und Straßenquerungen als Schutz vor Unfällen sinnvoll. Die Station Riedwiese, wo es in letzter Zeit auch einen Unfall mit tödlichem Ausgang gegeben habe, sei hier zu nennen. Vorbild könne die Querung an der U1/U3-Station Zeilweg sein, wo sowohl der Fußgängerüberweg als auch die querende Straße mit Halbschranken versehen sind. Auf der Eschersheimer Landstraße, wo in der Hauptverkehrszeit alle 2-3 Minuten U-Bahnen verkehren, würden Halbschranken jedoch durch die Schließzeit die ohnehin schon knappe Zeit zum Überqueren noch weiter begrenzen.

Wer die jetzige Situation auf der oberirdischen Strecke bestehen lasse, wo noch nicht alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit ausgeschöpft seien, nehme die Gefährdung von Fußgängern in Kauf. Wer sich in der Diskussion lediglich auf einen Tunnelbau als einzige Möglichkeit der Verbesserung der Sicherheit reduziere, „schreibt den Status Quo mit seinem Gefahrenpotential für mindestens weitere 10 Jahre fest“. Der VCD Frankfurt / Main-Taunus begrüßt daher ausdrücklich die Initiative des Frankfurter Verkehrsderzernenten Sikorski, in den nächsten Tagen zu einer Konferenz zum Thema Sicherheit einzuladen, und hofft, dass das Thema Wechselblink-Anlagen dann ganz oben auf der Agenda stehen wird.

Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus 

Pressemitteilung als PDF-Datei



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