VCD unterstützt die Initiative "Bürgerbegehren Mainbrücke Ost"
Solidaritätsadresse anlässlich der heutigen Pressekonferenz
Frankfurt/M. - Ostend 3. Juni 2008. Der Kreisverband Frankfurt / Main-Taunus des Verkehrsclub Deutschland unterstützt nachdrücklich die Forderungen der Initiative "Bürgerbegehren Mainbrücke Ost", die heute um 19 Uhr zu einer Pressekonferenz ins Clubhaus des Frankfurter Ruder-Clubs, Mainwasenweg 33 einlädt. Der VCD lehnt die geplante sogenannte Mainbrücke Ost – die de facto eine „EZB-Brücke“ sei – entschieden ab und wünscht den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern von Sachsenhausen und Oberrad viel Erfolg beim Kampf gegen dieses unsinnige Verkehrsprojekt.
Es sei mittlerweile – so der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub – hinlänglich bekannt, dass jede weitere gebaute Straße oder Brücke neuen, zusätzlichen Verkehr nach sich ziehe. Im Fall der Mainbrücke Ost, die Teil der Planungen zum Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ostend sei, würde Verkehr, der heute über die Hanauer Landstraße zum Ratswegkreisel und dann auf die Autobahn fließe, demnächst über den Main hinweg auf die Gerbermühlstraße geleitet. Da der Kaiserleikreisel aber heute schon überlastet sei, werde daher künftig ein Teil der Autofahrer durch Sachsenhausen und die Darmstädter Landstraße zur A 661/ A 3 fahren, während ein anderer Teil, mit Fahrtziel Offenbach, sich dann auf „Schleichwegen“ durch den engen Ortskern von Oberrad bewege.
Im Bereich des Anschlusses der geplanten Mainbrücke Ost an die Gerbermühlstraße müsste die Straße künftig, zumindest durch die Schaffung von Abbiegespuren, verbreitert werden, was wiederum einen unzumutbaren Eingriff in die bestehenden Sportanlagen und Kleingärten bedeute. „Grade im östlichen Sachsenhausen gibt es heute schon auf engsten Raum eine Vielzahl von Bundes- und anderen Durchgangsstraßen, was großen Verkehrslärm und Schadstoffbelastungen mit sich bringt, so Pressesprecher Holger Greiner vom VCD Frankfurt. „Die unwiederbringliche Zerstörung des Naherholungsgebietes Südliches Mainufer zwischen Eisenbahnbrücke und Rudererdorf sowie etlicher Kleingärten ist aus der Sicht des Frankfurter VCD nicht gerechtfertigt und muss verhindert werden“.
Der VCD kritisiert auch, dass die Stadt Frankfurt jetzt 50-58 Millionen Euro für eine zusätzliche Brücke ausgeben will, während die dringend notwendige Sanierung der Alten Brücke seit vielen Jahren – aus Geldmangel – nicht durchgeführt werden konnte. In Frankfurt gebe es darüber hinaus heute schon fünf Straßenbrücken im Innenstadtbereich, die die beiden Mainseiten miteinander verbänden. Dazu kämen weitere sechs Mainbrücken im restlichen Stadtgebiet. Für eine Großstadt mit 660.000 Einwohnern dürfte diese Brückendichte wohl einmalig sein.
Aus Sicht des VCD setzten Stadtparlament und Magistrat mit den Planungen für die neue „EZB-Brücke“ bedauerlicherweise wieder einmal ein Signal für den motorisierten Individualverkehr. Der bei anderen Vorhaben schon eingeschlagene sinnvollere Weg, den Autoverkehr zu reduzieren und stattdessen den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr sowie den Radverkehr zu fördern, werde bei diesem Projekt unverständlicherweise leider nicht weiter verfolgt
Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt/Main-Taunus
Pressemitteilung als PDF-Datei

