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Frankfurter Fahrpreise im Vergleich

Nur in Berlin sind Kinderfahrscheine teurer

Frankfurt/M., 11. Februar 2008. Nach dem Zufußgehen und dem Fahrradfahren ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht nur die umweltfreundlichste sondern auch die kostengünstigste Fortbewegungsmöglichkeit innerhalb Frankfurts. Für den Preis einer Einzelfahrkarte käme man mit einem VW Golf gerade 6 Kilometer weit, wenn man neben den Betriebskosten auch die Werkstattkosten und den Wertverlust mitberechnet.

Die Preise für den Frankfurter Nahverkehr müssen sich aber nicht nur dem Vergleich mit dem Auto stellen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Frankfurt/Main-Taunus hat daher wieder die Frankfurter Fahrpreise des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) mit denen von 12 anderen deutschen Großstädten in verschiedenen Verkehrsverbünden verglichen. Die Bandbreite reicht dabei von der 3 Millionen-Stadt Berlin bis zur 200.000 Einwohner zählenden Stadt Kassel. Für alle diese Städte wurden die Preise für eine Fahrkarte für das gesamte Stadtgebiet verglichen. Trotz unterschiedlicher Stadtgrößen ist eine Vergleichbarkeit der Preise gegeben, da alle Städte über ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem verfügen. Wie Untersuchungen im Auftrag des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ergaben, unterscheiden sich zudem die im Durchschnitt pro Einwohnern zurückgelegten Wegeentfernungen und die Zahl der Wege in allen Städten nur geringfügig, da das Zeitbudget ihrer Einwohner gleich ist.

Ergebnis der Link für Dateidownload folgtVCD-Untersuchung: Die Einzel- und Monatskartenpreise liegen in Frankfurt deutlich über dem Durchschnittswert der verglichenen Städte. Besonders fallen die hohen Preise für Kinder-Einzelfahrscheine auf. Zum Fahrplanwechsel wurden diese um über 8% erhöht und sind nur in Berlin für das gesamte Stadtgebiet teurer. Außerhalb der Hauptverkehrszeit zahlen Kinder mittlerweile fast 62% des Erwachsenentarifs. Auch bei den Einzelfahrkarten für Erwachsene zahlt man nur in Stuttgart und Hamburg mehr. Bei den Monatskarten entspricht das Preisniveau den größeren Städten Köln und Berlin, während die „IsarCard“ in München für das gesamte Stadtgebiet 13,20 Euro billiger als eine vergleichbare RMV-Monatskarte für das Tarifgebiet 50 (Stadtgebiet Frankfurt) ist. Weiterhin ist der RMV „Spitzenreiter“ bei der 9-Uhr-Monatskarte. Während die meisten Städte mit einem solchen Angebot noch unter der 50 Euro-Marke liegen, beträgt der Preis in Frankfurt mittlerweile 56,70 Euro.

Der VCD erneuert daher seine Forderung nach einer Absenkung der Kinderfahrpreise auf 50% des Erwachsenen-Fahrpreises. Weiterhin sollten die Monatskarten attraktiver gemacht werden. Dies könnte beispielsweise durch eine Ausdehnung der Gültigkeit an Wochenenden auf die angrenzenden Tarifwaben erzielt werden. Damit könnte eine Monatskarte für Frankfurt am Wochenende auch für eine Fahrt in den Taunus verwendet werden. Vorbild dafür ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), wo das „Ticket 2000“ am Wochenende im gesamten Verbundraum gilt. Auch die Senioren sind für den VCD eine wachsende Zielgruppe für die besondere Angebote gemacht werden sollten. Dabei geht es nicht um „Bedürftigkeit“, sondern darum das gewohnte Mobilitätsverhalten von langjährigen Autofahrern aufzubrechen.

Angesichts der unterschiedlichen Interessen der Gesellschafter des RMV sei es aber immer einfacher sich über eine Preissteigerung zu einigen, als das bestehende Tarifangebot zu vereinfachen und attraktiver zu gestalten, beklagt der VCD. So habe es vom Verbundstart 10 Jahre gedauert bis die „9-Uhr-Monatskarte“ eingeführt und 12 Jahre bis eine Regelung für Anschlussfahrkarten zu den Preisstufen 1 und 2 gefunden wurde. Während in Berlin am 1. April 2008 das „4-er Ticket“ für Einzelfahrten wieder eingeführt wird, verweist der RMV angesichts der Forderung nach Rabattierung von Einzelfahrscheinen seit Jahren auf die geplante Einführung des „Electronic Ticketing“, ohne dafür konkrete Termine nennen zu können.

Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus

Link für Dateidownload folgtPressemitteilung als PDF-Datei

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